Serie Was Macht Eigentlich?: Seit 1982 vom Oldtimer-Bazillus infiziert

Serie Was Macht Eigentlich? : Seit 1982 vom Oldtimer-Bazillus infiziert

Zuerst hat Günther Pilz Tennis gespielt, viele Jahre in den beiden Odenkirchener Vereinen OTC und TSV Ruhrfeld. Dann hat er 1982 eine andere "sportliche Leidenschaft" (O-Ton Pilz) entdeckt, die ihn bis heute nicht loslässt: den Motorsport in einer besonderen Ausprägung - mit Oldtimern. Das erfordert schon ab und zu Nehmer-Qualitäten. Denn es scheint nun mal nicht immer die Sonne, sondern es regnet oder windet auch mal kräftig. Doch wenn Günther Pilz und seine Frau Erika in einem seiner bis zu 85 Jahre alten Cabriolets auf großer Fahrt sind, wird durchgehalten.

Zum Beispiel bei der jeweils einwöchigen Tour "2000 Kilometer durch Deutschland", die die beiden ab 1990 elfmal hintereinander mitgefahren sind, ab und bis Mönchengladbach. Am Steuer sitzt immer er, Erika ist die Co-Pilotin, "und zwar eine gute", sagt Günther. Aber solch ein altes, schweres Auto zu steuern, das keine Servolenkung hat und im Fall des britischen "Alvis" von 1933 sogar mit "Mittelgas" zwischen Kupplung und Bremse gefahren wird, und von dem es nur noch ganz wenige Exemplare gibt, das ist nicht ihr Ding. Das Mitfahren schon. "Die Fahrten mit Oldtimern machen sehr viel Spaß. Und wir haben dabei Deutschland und die nähere Nachbarschaft richtig kennengelernt, denn es geht nicht über Autobahnen, sondern immer über Nebenstraßen, auf denen man die Landschaft erlebt", sagen die beiden. Bei Fahrten etwa durch den Schwarzwald, Norditalien und vor allem die neuen Bundesländer.

In einem Kellerraum ihres Hauses am "Eierberg"in Odenkirchen sind all die Pokale und Plaketten zu besichtigen, die sie erhalten haben: "Aber nur die für erste oder zweite Plätze." Denn er fährt immer mit Ehrgeiz. Zwölf Oldtimer hat er im Lauf der Jahre gehabt, aktuell sind es fünf. "Ich habe Freude an den Autos, aber ich will kein Museum. Denn fahren kann ich ja nur eins." Fünf hat er derzeit: neben dem Alvis von 1933 drei der britischen Traditionsfirma "MG". Nicht nur, weil es zu Mönchengladbach passt, sondern weil er die Marke sehr schätzt: ein PB von 1935, ein VA von 1936, ein TF von 1953. Dazu ein Mercedes 107 Cabriolet von 1985. Pflege, Wartung und kleine Reparaturen erledigt der Oldtimer-Liebhaber selbst, größere Blessuren werden von einer befreundeten Autowerkstatt mit viel Sachverstand erledigt.

Jetzt, im Frühjahr und Sommer, ist wieder Oldtimer-Hochsaison für die beiden Pilz'. Mit Touren wie zum Beispiel der Rallye Eifel-Classics Revival, Baiersbronn Classic, Silvretta Classic oder einfach nur Ausfahrten durch die Heimat.

(oes)