Mönchengladbach: Schwung für Gladbachs Markt

Mönchengladbach : Schwung für Gladbachs Markt

Der Alter Markt war früher samstags ein Treffpunkt: Hier fanden die Gladbacher zusammen, um auf dem Wochenmarkt einzukaufen und gemeinsam zu plaudern. Das ist lange her – Tristesse ist eingekehrt. Nord-Bezirksvorsteher Reinhold Schiffers will das ändern: Ein Genießermarkt ist geplant.

Der Alter Markt war früher samstags ein Treffpunkt: Hier fanden die Gladbacher zusammen, um auf dem Wochenmarkt einzukaufen und gemeinsam zu plaudern. Das ist lange her — Tristesse ist eingekehrt. Nord-Bezirksvorsteher Reinhold Schiffers will das ändern: Ein Genießermarkt ist geplant.

Reinhold Schiffers besuchte früher regelmäßig samstags den Wochenmarkt am Alter Markt. "Da traf sich Gott und die Welt. Hier ein Schwätzchen, da jemanden begrüßt. Und natürlich habe ich mich mit frischen Produkten eingedeckt", erzählt der Nord-Bezirksvorsteher.

Als er nach langer Besuchs-Abstinenz vor einigen Monaten wieder auf dem Wochenmarkt am Alter Markt einkaufte, war er erschrocken: "Von den einst zahlreichen Marktbeschickern ist nur noch ein kleiner Teil da. Und die Atmosphäre war nicht besonders. Das müssen wir dringend wieder ändern: Dieser Markt muss zu einem Treffpunkt am Samstag werden." Mit seiner Initiative rannte er bei den verbliebenen Marktbeschickern offene Türen ein. Sie unterstützen seine Idee vom Neuanfang und wollen den Wochenmarkt schrittweise zu einem "Genießermarkt" entwickeln. Am Samstag erfolgt der erste Schritt: Da dreht sich alles um Beeren in vielerlei Variationen.

Marktbeschicker ziehen mit

Die Marktbeschicker hat Schiffers bei diesem Neuanfang auf seiner Seite. Mit den Wirten der angrenzenden Cafés ist er in guten Gesprächen. Und auch das städtische Ordnungsamt will mithelfen, dass sich ein kräftiger Schwung entwickelt. Die Marktleute haben selbst dafür gesorgt, dass die Idee weitergetragen wird. So hat zum Beispiel Gisela Winkel, Betreiberin der Schelsener Backstube, ihre Kollegen überzeugt, die Chance zu nutzen.

"Wir wollen den Wochenmarkt auf dem Alter Markt zu einem Genuss für die ganze Familie machen", sagt sie. Wenn "Beeren" am kommenden Samstag im Mittelpunkt stehen, dann beschränkt sich das nicht nur auf den Verkauf von Erdbeeren, Johannisbeeren oder Stachelbeeren. Die Kunden erhalten vom Bäcker, Obsthändler, Fleischer oder Fischhändler auch besondere Tipps, wie sie die gekauften Beeren verarbeiten können. Sogar passende Rezepte und kleine Kostproben soll es geben.

Schiffers will mehr und hat mit Beteiligten weitere Ideen besprochen. So will er die Wirte überzeugen, spezielle Angebote an Markttagen zu machen. Außerdem sollen die Marktstände anders angeordnet werden, damit die Gäste der Außengastronomie nicht auf Rückwände von Marktständen blicken und den Müll vor der Nase haben. "Das Ambiente muss besser werden.

Die Besucher wollen genießen", sagt Schiffers. Sogar hin und wieder Musik und die Verköstigung von Leckereien kann er sich vorstellen: "Dazu ist nötig, dass wir uns innerhalb der Marktordnung bewegen. Aber man kann Sondernutzungsflächen ausweisen, wenn es spezielle Veranstalter gibt." Er hofft darauf, dass die Marktbeschicker mitziehen und einen eigenen Verein gründen. Der könnte dann als Veranstaltergemeinschaft auftreten. Der Nord-Bezirksvorsteher ist sicher, dass sich der Wochenmarkt bald wieder anders präsentiert: frisch, quirlig, abwechslungsreich — und mit einem jungen Publikum.

(RP/rl)
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