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Mönchengladbach: Schwarzfahrer muss für vier Monate ins Gefängnis

Mönchengladbach : Schwarzfahrer muss für vier Monate ins Gefängnis

Der Mönchengladbacher war in der Vergangenheit bereits 23 Mal als Schwarzfahrer auf Bahnfahrten aufgefallen. Am Donnerstag saß der 50-Jährige erneut vor dem Mönchengladbacher Amtsgericht auf der Anklagebank.

Wieder einmal war der Mann bei vier Gelegenheiten im vergangenen Jahr im Zug ohne Ticket erwischt worden. Der Gesetzgeber nennt das Erschleichen von Leistungen und ahndet das mit Geld- oder Haftstrafen bis zu einem Jahr.

Einsicht zeigte der mehrfach vorbelastete Mann auch gestern nicht. Auf den Bahnfahrten war er mehrmals mit vergeblichen Erklärungen für das nicht vorhandene Ticket aufgefallen. Das ging gestern aus Zeugenaussagen hervor. So hatte er einmal behauptet, in Neuss seien alle Automaten defekt. Deshalb habe er sich kein Ticket besorgen können. Er habe im Zug nachlösen wollen.

Doch das habe man ihm nicht erlaubt. Tatsächlich stellte sich später heraus, dass gar kein Automat defekt gewesen war. Auf einer anderen Fahrt erklärte er dem Schaffner, er habe kein Ticket aus dem Automaten ziehen können, weil kein Kleingeld in seinem Portemonnaie gewesen sei. Als er im vergangenen Jahr wieder einmal als Schwarzfahrer auffiel, erkundigte er sich bei dem Mann von der Bahn, warum die Automaten so kompliziert seien.

Im Gerichtssaal legte er mehrere Fahrscheine auf den Richtertisch - mit dem Hinweis, eigentlich bezahle er doch immer. Doch das half ihm nicht. Die Staatsanwältin forderte für den offenbar unbelehrbaren Schwarzfahrer eine Haftstrafe von fünf Monaten - ohne Bewährung. Darauf reagierte der Angeklagte verärgert: "Ich lehne die Strafe ab. Jetzt habe ich doch Arbeit bekommen. Das muss man berücksichtigen. Mit 50 bekommt man nicht so schnell Arbeit. 300 Euro Geldstrafe - damit wäre der Fall doch erledigt."

Doch dem schloss sich der Richter nicht an. Der Angeklagte war in der Vergangenheit zu oft aufgefallen. Am Ende verurteilte das Gericht den 50-Jährigen wegen Erschleichens von Leistungen in vier Fällen zu vier Monaten Haft - ohne Bewährung. Wütend rief der Angeklagte im Gericht: "Dann gehe ich in Berufung."

(RP)