Mönchengladbach: Schülerin glänzt mit unreiner Haut

Mönchengladbach: Schülerin glänzt mit unreiner Haut

Johanna Carolin Kardorff gewann mit ihrem Projekt "Was hilft gegen Pickel und Akne?" den Landeswettbewerb von "Jugend forscht". Nun tritt die angehende Abiturientin der Bischöflichen Marienschule auf Bundesebene an.

Jeder hat sich schon einmal über die roten Punkte geärgert, sie sogar verflucht. Vielleicht hat sich der ein oder andere sogar wegen ihnen geweigert, vor die Tür zu gehen. Die Rede ist von Pickeln. Wenn die unreine Haut in Zeiten der Pubertät zum ersten Mal Panik auslöst, locken Werbeversprechen in die Drogerie. Das kennt auch Johanna Carolin Kardorff. Deswegen untersucht die 17-Jährige in ihrem Projekt "Was hilft gegen Pickel und Akne?", ob und wie Produkte aus Drogerie und Apotheke wirken.

Mit ihrem Projekt nimmt die Schülerin der Bischöflichen Marienschule am Wettbewerb "Jugend forscht" im Fachbereich Biologie teil. Und das mit Erfolg. Nachdem Kardorff mit dem Sieg in der regionalen Niederrhein-Runde das Ticket für den Landeswettbewerb löste, konnte sie auch dort die Jury mit ihrem Experiment überzeugen. Nun geht es für die angehende Abiturientin zum Bundeswettbewerb nach Darmstadt. "Das Thema kommt bei den Jurys gut an, weil es ein Problem behandelt, das jeder kennt und das immer aktuell ist", sagt Kardorff. "Zudem wird es auch unterschätzt. Akne kann nämlich sogar ein Grund für Suizid sein."

Bereits 2015 startete die Schülerin mit dem Test von Anti-Pickel-Produkten, zunächst an der Haut von toten Schweinen. "Sie verhält sich sehr ähnlich zur menschlichen", sagt Kardorff. "Ich habe überprüft, ob die Haut sich schält und ob die Produkte wirklich antibakteriell wirken."Zwischen Winter 2016 und Herbst 2017 untersuchte sie anschließend am Menschen: Wie beeinflussen Drogerie-Produkte und verschreibungspflichtige Mittel den Feuchtigkeitsgehalt der Haut? Und wie verändern sie den Fettgehalt?

Rund 24 Probanden trugen sich Salben und Gels abends auf die Haut. Morgens kontrollierte und protokollierte Kardorff die Ergebnisse. Die Neurologie-Praxis ihres Vaters stand der jungen Forscherin dabei zur Verfügung. "Frei käufliche Produkte wirken schwächer, viele halten ihr Werbeversprechen nicht ein", zieht die Schülerin ein erstes Resümee. "Wer Probleme mit der Haut hat, sollte zum Arzt gehen und sich beraten lassen."

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Tipps für Anti-Pickel-Produkte wollen mittlerweile auch Mitschüler. "Wenn Lehrer mich nach vorne geholt haben und ich über mein Experiment erzählen sollte, haben viele .igitt' gesagt", erzählt Kardorff. Aber in den Pausen hätte sie dann hin und wieder doch jemand angesprochen und gefragt: "Was hilft denn jetzt wirklich?" Meistens aber nur Mädchen, die Jungs wären bei dem Thema deutlich zurückhaltender.

Dass sie mit ihrem Projekt auf Landesebene auf dem ersten Platz landet, hätte die Mönchengladbacherin nicht gedacht. "Im Bereich Biologie gab es Experimente, die sich mit Demenz oder Krebs auseinandersetzten", so Kardorff. "Die Konkurrenz hatte richtig gute Ideen." Aber entschieden hat sich die Jury für sie. Nun geht es nach Darmstadt. "Ich freue mich, aber mein Ziel habe ich ohnehin schon erreicht."

Deswegen konzentriert sich die 17-Jährige bis dahin hauptsächlich auf die kommenden Abiturprüfungen. Nebenbei beschäftigen sie auch noch die anstehenden Uni-Bewerbungen. Kardorff möchte Medizin studieren und anschließend am liebsten in die Forschung gehen. "Der Wettbewerb bringt uns nicht nur ein kleines Preisgeld, sondern auch Pluspunkte bei den Universitäten", freut sich die Schülerin.

(laha)