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Mönchengladbach: Schüler räumen bei Journalistenpreis ab

Mönchengladbach : Schüler räumen bei Journalistenpreis ab

Beim renommierten Schülerzeitungspreis des "Spiegel" holte der Hardter "Mittelpunkt" den Gesamtsieg. Ein Nachfolgeprodukt ist bereits in Arbeit.

Platz vier in der Kategorie Heftinhalt, Platz drei für das Titelbild, die Plätze zwei, sechs und sieben für die besten Fotos, Platz eins für das beste Layout - wie keine andere deutsche Schülerzeitung räumte der "Mittelpunkt" in dieser Woche beim renommierten Schülerzeitungspreis des Wochenmagazins "Der Spiegel" ab. Und weil niemand sonst so sehr zu überzeugen wusste wie die Redakteure der Gesamtschule Hardt, brachten sie nicht nur viele Bestplatzierungen mit nach Mönchengladbach, sondern auch den Gesamtsieg. Die "Mittelpunkt"-Journalisten wurden nämlich als "beste junge Blattmacher des Jahres" ausgezeichnet.

"Damit hätte niemand gerechnet", sagt Redaktionsmitglied Mark Offermann. "Wir sind sprachlos". Die richtigen Worte indes fand die Jury: "Erschreckend gut" sei das Layout der Schülerzeitung, befanden die Gestalter des "Spiegels". Und: "Tolle Komposition, gute Einführung in den Text", beschieden die Experten der Schülerin Linda Bahun, die das Titelfoto zum Interview "Kopfschuss" beigesteuert hatte, einem Gespräch, das die Redaktion mit einer ehemaligen Polizeifotografin geführt hatte.

"Wir sind eben kein ganz normales Schülermagazin", sagt "Mittelpunkt"-Koordinatorin Dorothée Vollmer, die die Zeitung 2008 gemeinsam mit den Schülern ins Leben rief. "Genau das wurde honoriert." Besonders imponiert habe der Jury die Doppelausgabe "Mittelpunkt/Standpunkt": Wer das Heft vorne aufschlägt, bekommt die "Mittelpunkt"-Inhalte. Wer ganz hinten zu blättern beginnt, bekommt ein "mediales Testgelände", so die "Spiegel"-Jury. Man könne fast vergessen, "dass es sich hier (noch) um eine Schülerzeitung handelt", schrieben sie in ihrer Urteilsbegründung. Mehr als 1000 Schülerzeitungen hatten sich um die begehrten Auszeichnungen beworben. "Wer diesen Wettbewerb begleitet hat, muss um die Zukunft des Journalismus keine Angst haben", sagte der stellvertretende "Spiegel"-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer, der die Preisträger am Montag in Hamburg empfing. Die Gladbacher Redaktion darf sich nun über eine Reise nach Israel freuen. Vielleicht ist es die letzte gemeinsame Unternehmung der Kernmannschaft: In den vergangenen Wochen haben die einstigen Gründer das Abitur abgelegt.

Der Nachwuchs aber steht bereits in den Startlöchern - und bringt neue Ideen mit. Der "Mittelpunkt" wird eingestellt, ab sofort konzentrieren sich die neuen Kräfte auf den "Standpunkt". Nach den vielen Auszeichnungen in den vergangenen Jahren - und dem neuerlichen Erfolg - hätten viele der Jungredakteure nicht geglaubt, den Erwartungen standhalten zu können. "Es ist nicht mehr zu toppen", sagt Dorothée Vollmer, obgleich sie an das neue Team glaubt. Darum habe man entschieden: "Wir machen es so, wie die Neuen es gut finden." Vielleicht sind sie gleichfalls erfolgreich.

(RP)