Mönchengladbach: Schüler erforschen Nobelpreisträger

Mönchengladbach: Schüler erforschen Nobelpreisträger

Die Oberstufenschüler der Gesamtschule Stadtmitte wurden von Wissenschaftlern der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität in das wissenschaftliche Arbeiten eingeführt.

Wer jemals bei einer wissenschaftlichen Konferenz war, der kennt sie - die Poster Sessions, bei denen Forschungsergebnisse in Form von Postern präsentiert und von den Forscherteams mündlich vorgestellt werden. In dieser professionellen Form zeigten jetzt auch die Oberstufenschüler der Gesamtschule Stadtmitte die Ergebnisse der Projektwoche, die in Zusammenarbeit mit dem Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf durchgeführt worden war. Das Thema: Nobelpreisträger, ihre Leistungen und ihre Aktualität.

Joshua und Samet stehen neben dem Poster, das sich mit Bertha von Suttner beschäftigt. Die Pazifistin und Schriftstellerin hat 1905 als erste Frau den Friedensnobelpreis erhalten. Die beiden Oberstufenschüler haben sich Bertha von Suttner wegen ihres kompromisslosen Einsatzes für den Frieden ausgesucht. "Es hat sich leider gar nicht so viel geändert", sagt Joshua zur Frage der Aktualität. "Es gibt auch heute immer Konfliktparteien, die vom Krieg profitieren." Jacqueline hat sich mit Mutter Theresa beschäftigt, Almir und Luisa mit Michail Gorbatschow. "Er hat die Isolation aufgebrochen und dazu beigetragen, dass Europa heute so ist, wie wir es kennen", sagt Almir. Luisa hat die Arbeit unter Anleitung der Wissenschaftler der Düsseldorfer Universität Spaß gemacht. "Das hat uns schon sehr weitergeholfen", sagt sie. "Sie haben viel Erfahrung und Zugang zu vielen Informationen."

Monique und Kim haben den Medizin-Nobelpreis von 2017 bearbeitet. Er wurde für die Erforschung der inneren Uhr verliehen. "Ich war schockiert, als ich gesehen habe, wie viele Krankheiten durch Schichtarbeit und Jet-Lag ausgelöst werden können", erklärt Kim. "Das Risiko für Brustkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Unfruchtbarkeit steigt dadurch."

  • Fotos : Joachim Gauck an der Heine-Universität

Osama und David schließlich haben als Thema Marie Curie gewählt. "Das hat Spaß gemacht", stellt Osama fest. "Es war toll, die Ressourcen der Uni nutzen und den Wissenschaftlern Fragen stellen zu können." David ist mit dem Poster, das die beiden erarbeitet haben, zufrieden. "Da sind noch ein paar Macken, aber es war ja auch das erste Mal."

Eine Woche lang hatten die Schüler, die voraussichtlich der erste Abiturjahrgang der Gesamtschule Stadtmitte sein werden, Zeit, sich mit ihrem Thema auseinanderzusetzen. Sie haben dabei auch die Universität in Düsseldorf besucht und wurden von Nils Hansson und Thorsten Halling wissenschaftlich begleitet. Auch für den Ausdruck der Poster in professioneller Qualität haben die Wissenschaftler gesorgt. Der promovierte Medizin-Historiker Nils Hansson, der über Exzellenz in der Wissenschaft mit besonderem Fokus auf den Nobelpreisträgern forscht, ist mit der Leistung der Schüler zufrieden. "Sie haben das gut gemacht und die Persönlichkeiten auch reflektiert", sagt er. "Es ist keine Heldenverehrung dabei herausgekommen." Hansson beschäftigt sich im Rahmen seiner Habilitation mit dem Nobelpreis und seinem Einfluss auf die Wissenschaften. "Er ist und bleibt ein Symbol für Exzellenz", sagt der gebürtige Schwede.

Sabine Halling, die Oberstufenkoordinatorin der Gesamtschule Stadtmitte, zieht zufrieden Bilanz: "Wir sind glücklich, dieses Kooperationsprojekt zu haben und hoffen, es auch fortsetzen zu können."

(RP)