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Mönchengladbach: Schüler belästigt Gladbacherin — 500 Euro Strafe

Mönchengladbach : Schüler belästigt Gladbacherin — 500 Euro Strafe

Auf dem Bahnsteig in Mönchengladbach schlug ein 21-jähriger Schüler eine 26-jährige ins Gesicht und beleidigte sie als "Schlampe" . Nun muss er 500 Euro Strafe zahlen.

Nachdem die Staatsanwältin den Strafbefehl verlesen hatte, rief der 21-jährige Schüler sofort: "Aber sie hat doch angefangen. Die Frau hat mich als Schwarzen beleidigt". Der Düsseldorfer, der aus Afrika stammt, wollte den Strafbefehl wegen Körperverletzung keinesfalls akzeptieren und die Geldstrafe von 500 Euro nicht bezahlen. Das Ganze sei am 27. August vergangenen Jahres frühmorgens am Bahnhof geschehen. Beide hätten auf den Zug gewartet. Tatsächlich habe ihn die 26-jährige Frau auf den Arm geschlagen, empörte sich der Schüler. Aber die Gladbacherin hatte an dem Augustmorgen die Polizei gerufen und den Afrikaner angezeigt

Und in der Verhandlung vor dem Mönchengladbacher Amtsgericht wiederholte die schlanke Blondine, was sie bereits bei der Polizei ausgesagt hatte. Sie habe damals auf einer Bank am Bahnsteig fünf auf ihren Zug gewartet. Der Afrikaner habe mit einem Freund ebenfalls am Gleis gestanden. "Dann hat er mich "Schlampe" genannt und andere scnlechte Sachen zu mir gesagt", erinnerte sich die 26-Jährige und konnte dabei nur mit Mühe die Tränen unterdrücken. Sie sei aufgestanden. Dann habe sie der Afrikaner ins Gesicht geschlagen. Vergebens habe sie versucht, ihn mit ihrem Regenschirm abzuwehren. "Ich wollte nichts mit ihm zu tun haben und immer "Hör auf !" gerufen, erinnerte sich die junge Frau, die an dem Morgen auf dem Weg zur ihrer Arbeitsstelle war.

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Mit dieser Aussage war der Angeklagte offensichtlich nicht einverstanden. Aber die 26-Jährige bekam Unterstützung. An dem Morgen war inzwischen der Zug eingetroffen. Der Lokführer trat auf den Bahnsteig und stellte sich als Zeuge zur Verfügung. "Der Angeklagte hat die Frau angescnrien", erinnerte sich der 31-jährige Duisburger im Gerichtssaal. Die Frau habe sich die Hände schützend vor das Gesicht gehalten, als der Afrikaner zweimal ausholte und zuschlug Trotzdem blieb der Angeklagte unbeeindruckt und war überzeugt: "Die Frau hat mich mit dem Regenschirm geschlagen". Davon hatte allerdings der Lokführer nichts gesehen.

Die Staatsanwältin glaubte am Ende der Gladbacherin. Der Strafbefehl solle erneut in Kraft treten. Wegen Körperverletzung soll der Schüler 500 Euro Geldstrafe zahlen, hieß es schließlich in ihrem Plädoyer. Der Afrikaner reagierte fassungslos: "Warum soll ich denn die Geldstrafe zahlen?" Doch das Gericht schloss sich dem Antrag an und verkündete: "500 Euro wegen Körperverletzung".

(RP)