Mönchengladbach: Schriefersmühle: Jetzt beginnt der Innenausbau

Mönchengladbach: Schriefersmühle: Jetzt beginnt der Innenausbau

120.000 Euro hat der Förderverein für das historische Bauwerk gesammelt. Davon wurde bereits die Außensanierung bezahlt. Bald können Bürger zudem Vorschläge für die künftige Nutzung machen.

Es ist eine Erfolgsgeschichte. Erst vor etwas mehr als zwei Jahren machte sich eine Handvoll heimatverbundener Bürger daran, die Schriefersmühle vor dem sicheren Verfall zu bewahren. Sie gründeten einen Förderverein unter dem Vorsitz von Dr. Michael Schmitz und der Geschäftsführung von Dr. Ferdinand Schmitz, um sich sogleich an die Arbeit zu machen. Das 1747 errichtete Bauwerk gehört zu den ältesten profanen Denkmälern der Stadt. Der massiv gemauerte Mühlenturm — die Flügel sind schon seit langer Zeit verschwunden — steht an der Bundesstraße 57 und markiert die Grenze zwischen Rheindahlen und Wegberg. "Ich bin heilfroh, dass wir die bauliche Sicherung jetzt erreicht haben", so Michael Schmitz, im Berufsleben Rechtsdezernent der Stadt Mönchengladbach.

Dem Förderverein ist es in der kurzen Zeit gelungen, für die dringend nötigen Maßnahmen insgesamt 120 000 Euro Spenden- und Fördergelder zusammenzubekommen. Eine stolze Summe, die sich aus privaten Spenden, Erlösen verschiedener Aktionen wie zum Beispiel dem Verkauf von Apfelkraut sowie fünfstelligen Zuschüssen der Sparkassenstiftung und des Landschaftsverbandes Rheinland zusammensetzt.

Mit dem Geld wurde zunächst das Außenmauerwerk des Mühlenturms vor dem Verfall gerettet und denkmalgerecht saniert. Im zweiten Bauabschnitt ist ein Teil des aufgeschütteten Mühlenberges abgetragen und arrondiert worden. Auch die einsturzgefährdete Stützmauer des Mühlenbergs wurde entfernt. Im Frühjahr wurden dann zwei Anbauten, die nicht zur ursprünglichen historischen Anlage gehören und den Blick von der Straße auf den Mühlenturm verstellten, abgerissen. Die vordere Einfahrt wurde aufwändig — und wie alle Arbeiten in enger Abstimmung mit den Denkmalbehörden — saniert. Und inzwischen ist das historische Gebäude auch an die Strom-, Gas- und Wasserversorgung angeschlossen.

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Jetzt geht es an den Innenausbau der Mühle. Auch hier müssen Mauerwerk, Fugen und Träger saniert werden. Die maroden Zwischendecken werden entfernt und durch zwei neue Holzdecken mit Treppenaufgängen ersetzt. Der Auftrag dazu soll noch in diesem Jahr erteilt werden. Der Mühlenturm erhält einen neuen Fußboden, Fenster, Türen und Tore, um ihn demnächst als Versammlungs- oder Ausstellungsraum nutzbar zu machen.

Gleichzeitig gehen die Planungen weiter, denn auch im Anschluss an den Innenausbau bleibt für den Förderverein, der von engagierten örtlichen Fachleuten wie dem Architekten Helmuth Claaßen und dem Garten- und Landschaftsbauer Arno Plum mit Rat und Tat unterstützt wird, jede Menge Arbeit. Bereits im Bau ist eine Informationstafel, die demnächst Besucher über die Mühle und den Verein auf dem Laufenden halten soll. Die Holzkonstruktion wird in der Jugendwerkstatt Kuhle 8 geplant und gebaut. Bisher noch nicht finanziert ist zum Beispiel die nach dem Abriss der Nebengebäude notwendige Neustrukturierung und Gestaltung des Außengeländes. Auch weitere Ausbaupläne, wie die Rekonstruktion der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Mühlenkappe, können nur umgesetzt werden, wenn es dem Förderverein gelingt, weitere Spendengelder zu bekommen.

Wie die zukünftige Nutzung der Schriefersmühle sich gestaltet, weiß der Vorstand des Fördervereins noch nicht. "Wir sind völlig offen für alle Ideen", sagt Schmitz. Vorstellbar seien ein Brotmuseum, eine Märchenmühle, aber auch Ausstellungen jedweder Art. Am 25. Mai 2014 lädt der Verein zu einem großen Fest an der Mühle ein. "Wir werden an einer mobilen Bäckerei frisches Brot anbieten", sagt Schmitz. Und die Gäste können dann nicht nur die Mühle ansehen, sondern auch Ideen für ihre künftige Nutzung an den Verein herantragen.

(RP)
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