Mönchengladbach: Schock nach tödlichem Unfall

Mönchengladbach: Schock nach tödlichem Unfall

Grablichter und Blumen erinnern an das Unglück in Holt, das vorgestern einer dreifachen Mutter das Leben kostete. Der Unfallfahrer wird in der Landesklinik behandelt. Das ärztliche Gutachten soll das Geschehen klären.

Am Tag nach dem tödlichen Unfall auf der Monschauer Straße gab es gestern kein wichtigeres Gesprächsthema in der Stadt. An der Unfallstelle brennen rote Grablichter, Blumen wurden niedergelegt. Die Markierungen auf der Fahrbahn erinnern an das schreckliche Unglück, das hier geschah.

Vor allem in Holt und in Rheindahlen suchten die Menschen den Austausch. Sie versuchten zu verstehen, wie es zu dem furchtbaren Unfall kommen konnte, bei der eine 46-jährige Holterin, allein erziehende Mutter von drei Kindern, ihr Leben verlor. Fassungslosigkeit herrschte über das Verhalten des 37-jährigen Rheindahleners, der nach Zeugenaussagen mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war und die Kreuzung bei Rot überquerte, wo er die Radfahrerin mit seinem Auto voll erfasste und tötete.

Unfallfahrer in Landesklinik

Der Mann, der nach Aussage der Polizei einen verwirrten Eindruck machte, war unmittelbar nach dem Unfall in die Landesklinik an der Heinrich-Pesch-Straße gebracht worden. Dort wurden sofort Untersuchungen eingeleitet. "Wir diagnostizieren sehr sorgfältig, so wie es die ärztliche Kunst gebietet", sagte gestern Dr. Stephan Rinckens, ärztlicher Direktor der Klinik. Diese diene sowohl der Behandlung des 37-Jährigen in dieser Krisensituation als auch der Erfassung, wie es zu dem Unfall kommen konnte.

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Ein Herzinfarkt am Steuer konnte schon kurz nach dem Unglück ausgeschlossen werden. Gestern teilte die Polizei mit, dass bei dem Unfall Alkohol keine Rolle spielte. Die Verlaufsbeobachtung des 37-Jährigen, die zur Einschätzung seines Zustandes notwendig ist, werde einige Tage in Anspruch nehmen, hieß es aus der Klinik. Das ärztliche Gutachten wird, ergänzt durch das polizeiliche, zur Klärung des genauen Unfallhergangs beitragen.

Erst dann kann man abschätzen, welche juristischen Konsequenzen dem Fahrer des Unfallwagens drohen. "Strafrechtlich denkt man bei solchen Unfallfahrten mit überhöhter Geschwindigkeit meist an eine Strafbarkeit wegen fahrlässiger Tötung", sagte Rainer Pohlen von der Kanzlei Pohlen und Meister gestern auf Nachfrage der RP. Fahrlässigkeit bedeutet, dass der Täter die im Straßenverkehr erforderliche Sorgfalt nicht beachtet hat.

Der Strafrahmen liegt bei Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe. "In der Regel werden Delikte, bei denen 'nur' mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren wird, meist mit einer Geldstrafe oder einer moderaten Bewährungsstrafe geahndet", sagte Rechtsanwalt Rainer Pohlen.

In Betracht kommen auch Straßenverkehrsdelikte wie ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr. Dafür müsste aber wiederum erst geklärt werden, welche Ursachen der geistige Zustand des offenbar verwirrten Fahrers hat. Das könnte auch zu einer verminderten Schuldfähigkeit oder gar zum Schuldausschluss führen.

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(RP/rl/ila/top)
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