Mönchengladbach: Schimmel: Museum für Monate geschlossen

Mönchengladbach: Schimmel: Museum für Monate geschlossen

Schlechte Aussichten für das Vogelkundliche Museum im Schloss Wickrath. Aufgrund von "massivem Schimmelbefall" musste die Ausstellung des Naturschutzbunds (Nabu) bis auf weiteres für Besucher geschlossen werden, bestätigte gestern Dirk Rütten, Pressesprecher der Stadt Mönchengladbach.

"Das Gebäude muss saniert werden", ergänzte Rütten, daran führe kein Weg vorbei. Nabu-Vorsitzende Ruth Seidel sieht sich nun vor einem erheblichen logistischen Problem: "Wir wissen nicht, wo wir die ganzen Präparate unterbringen sollen."

Gefahr für Asthmatiker

Seit den 60er Jahren mietet der Nabu das Gebäude, welches zum Schloss Wickrath gehört, von der Stadt. Von April bis Oktober, immer an Sonn- und Feiertagen, konnten Besucher dort eine Sammlung rheinischer Vogelarten und anderer heimischer Tiere bestaunen.

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Damit ist es jetzt erstmal vorbei. "Unsere Mitarbeiter vom Gebäudemanagement haben hinter den Einbauten und Verkleidungen erheblichen Schimmelbefall festgestellt", erläuterte Rütten. Nach dem Fund sei klar gewesen, dass Besucher das Museum fürs erste nicht mehr betreten dürften. "Gerade Allergiker und Asthmatiker können auf Schimmel sehr empfindlich reagieren", betonte Rütten. Dieses Risiko wolle die Stadt nicht eingehen. "Wir haben daher den Mietvertrag mit dem Nabu vorsorglich zum 30. Juni gekündigt."

Für den Naturschutzverein ein harter Schlag. "Wir wissen weder, wie lange die Sanierung dauern wird, noch wo wir in der Zwischenzeit unsere vielen Ausstellungsstücke unterbringen können", klagt Ruth Seidel. Die Stadt habe dazu noch keine konkreten Informationen weitergegeben. Derzeit sei sie auf der Suche nach einem trockenen, abschließbaren Raum für die Präparate. "Bisher habe ich nur Absagen erhalten."

Die Stadt irritiere die plötzliche Hektik. "Wir haben doch sogar auf Bitten des Nabu den Auszugstermin auf den 30. September verschoben", betont Rütten. Im Moment versuche man, gemeinsam mit dem Verein eine einvernehmliche Lösung für das Problem zu finden. "Der Nabu muss die Einbauten entfernen, und dann kann entschieden werden, wie die Sanierung ablaufen soll", sagte Rütten.

(RP/rl)
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