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Mönchengladbach: Schießerei: Stand der Täter unter Drogen?

Mönchengladbach : Schießerei: Stand der Täter unter Drogen?

Der 31-Jährige Geneickener soll laut Staatsanwaltschaft schon häufiger gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen haben. Ob er zur Zeit des Schusswechsels unter Drogen stand, wird noch geklärt.

Außerdem müssen noch die Aufzeichnungen der Videokamera ausgewertet werden, die im Streifenwagen installiert war. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand ist die Schussabgabe durch Notwehr gerechtfertigt. Die Ermittlungen dauern an.

Die Staatsanwaltschaft rekonstruierte folgenden Tathergang: Am Sonntag gegen 21.14 Uhr wurde über die Leitstelle der Polizei eine Fahndung nach einem flüchtigen Täter nach einem Auto-Aufbruch auf der Mittelstraße ausgestrahlt.

Der Täter hatte zuvor an einem ordnungsgemäß verschlossen auf dem Parkplatz der Firma Edeka abgestellten Wagen die Fensterscheibe der Beifahrerseite eingeschlagen und aus dem Fahrzeuginneren ein Navigationsgerät entwendet.

Noch während der Täter sich im Auto aufhielt, näherten sich der Fahrzeuginhaber und seine Begleiterin dem Fahrzeug. Als der Fahrzeugbesitzer den im Auto sitzenden Täter ansprach, stieg dieser aus und richtete eine Waffe in Richtung des Zeugen. Nachdem der Zeuge und seine Begleiterin flüchteten, entfernte sich auch der Täter.

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Der Fahrzeuginhaber informierte über den Notruf die Polizei, die dann die Fahndung nach dem Täter einleitete. Auf der Suche nach dem Täter, an dem sich mehrere Streifenwagen beteiligten, wurde der Täter von einer Streifenwagenbesatzung dabei beobachtet, wie er im Bereich der Bachstraße sich hinter einem Auto versteckt hatte.

Auf die mehrfache Aufforderung, die Hände hochzunehmen und aus seinem Versteck herauszukommen, reagierte der Täter jedoch nicht, sondern zog stattdessen die Waffe und schoss viermal auf die Polizeibeamten.

Einer der Polizeibeamten gab einen Schuss in Richtung des Täters ab, wobei das Geschoss den PKW traf. Der Täter entfernte sich dann erneut über die Bachstraße in Richtung Wilhelm-Schiffer-Ring. Hierbei wurde eine weitere Streifenwagenbesatzung auf den Täter aufmerksam.

Die Polizeibeamten hielten in der Nähe des Täters an, stiegen aus dem Fahrzeug aus und forderten den Täter auf stehen zu bleiben und die Hände hochzunehmen. In diesem Augenblick drehte sich der Täter um und gab mehrere Schüsse auf die Polizeibeamten ab.

Nach übereinstimmenden Aussagen auch von Zeugen, die aus ihren Fahrzeugen den Vorfall beobachtet hatten, hatte der Täter vier bis fünf Schüsse in Richtung der Polizeibeamten abgegeben, bevor einer der Polizeibeamten zurückschoss. Aus der Waffe des Polizeibeamten wurden insgesamt zehn Schüsse abgegeben.

Irgendwann fiel der Täter um und gab an, dass er getroffen worden sei. Bei dem Schusswechsel wurde der Täter insgesamt dreimal getroffen, und zwar im rechten Hüftbereich, oberhalb des rechten Ellbogens sowie im rechten Oberschenkel. Der Täter erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Todesursächlich war das Geschoss, das im Bereich der Hüfte eingedrungen war und unter anderem Lunge und Leber verletzte und zum Verbluten des Täters führte. Der letzte Schusswechsel zwischen dem Polizeibeamten und dem Täter wurde von mehreren Zeugen beobachtet, die übereinstimmend angeben haben, dass der Täter zuerst mehrfach auf die Polizeibeamten geschossen habe.

Überdies wurde der Vorfall von der im Streifenwagen befindlichen Videokamera aufgezeichnet; deren Auswertung steht noch aus.

Der Täter ist in der Vergangenheit bereits mehrfach wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz in Erscheinung getreten und verurteilt worden. Ob er zum Zeitpunkt der Tat unter Einfluss von Drogen, Medikamenten oder ähnlichem stand, wird noch überprüft. Die entsprechenden Untersuchungen sind veranlasst, die Ergebnisse stehen noch aus. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand ist die Schussabgabe durch Notwehr gerechtfertigt. Die Ermittlungen dauern an.