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Mönchengladbach: Schäfer: "Wer macht so etwas?"

Mönchengladbach : Schäfer: "Wer macht so etwas?"

Der Verlust von 30 Tieren stellt Schäfer Schrötter vor ein Problem: Verschwunden sind ausgerechnet die schlachtreifen Schafe, die verkauft werden sollten. Der Erlös war für das Winterfutter der Herde gedacht.

Die Bilder der toten Tiere gehen Thomas Schrötter nicht aus dem Kopf. "Ich frage mich immer wieder, wie lange sie gelitten haben", sagt er. Und dann fügt er an: "Was mag wohl in einem vorgehen, der so etwas macht?"

Landschaftspflege

Thomas Schrötter ist hauptberuflich Metzger. Dass er nebenher Schafe hütet, hat etwas mit Passion zu tun. "Ich möchte nicht, dass der Schäferberuf ausstirbt." Daher war er froh, als die Stadt Mönchengladbach ihm Flächen zur Verfügung stellte, wo seine Schafe weiden können. Das sei eine Art Landschaftspflege. Schließlich hielten die Tiere das Gras kurz. Das tun sie auch im alten Giesenkirchener Freibad.

Das Gelände ist eingezäunt, es gibt ein Weidezaungerät, das immer eingeschaltet ist, und auch das alte Becken ist gesichert. Aber seit Wochen werden alle Barrieren immer wieder durchbrochen. "Ich habe mehrfach Anrufe bekommen: Die Tiere laufen über die Straße.

Die Schafe stehen auf dem Tennisplatz. Also habe ich das Gelände noch mehr abgesichert", berichtet Thomas Schrötter. Aber auch das half nicht. Sieben Schafe wurden zum Teil bestialisch getötet, über 20 wurden vermutlich gestohlen. Ob die Tierquälerei und das Verschwinden der Schafe in irgendeinem Zusammenhang stehen, muss laut Polizei noch ermittelt werden.

Eines ist für den Schäfer aber sicher: "Ausgerechnet die schlachtreifen Tiere sind weg. Ich bin mir sicher, da wusste einer, was er tat." Thomas Schrötter steht jetzt vor einem Problem. Der Verlust der Tiere mache schon einen Schaden von 4000 Euro aus. Hinzu komme aber noch Folgendes: "Ich wollte die Tiere schlachten und das Fleisch an Restaurants und Geschäfte verkaufen. Das Geld war fest eingeplant. Denn ich muss Winterfutter besorgen. Das ist sowieso schon nicht so leicht, weil das Frühjahr so trocken war", berichtet der 38-Jährige.

Schrötter fragt sich immer wieder, warum ihm das alles geschehen ist: "War es das Bölken der Schafe? Man kann doch mit mir reden", sagt er. Er habe sogar die Kinder auf dem Gelände spielen lassen. "Erst als Jugendliche mit Flaschen nach den Schafen warfen, habe ich sie verscheucht", sagt Schrötter. Er will nun noch besser auf die Tiere aufpassen und in ein paar Tagen mit der Herde weiterziehen.

(RP)