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Mönchengladbach: Schadensersatz bei toter Leitung

Mönchengladbach : Schadensersatz bei toter Leitung

Wenn Telefonkabel absaufen, dann ist das für die Besitzer der daran hängenden Festnetzanschlüsse ärgerlich: Ihre Leitung ist tot. "Das ist eine schleichende Störung imKabel", erklärt Telekom-Pressesprecher Udo Wendlandt. Ursache dafür können defekte Verteilerkästen sein. In Gladbach waren in den letzten Wochen mehrere Geschäfts- und Privatleute davon betroffen.

Während die Störung für Privatnutzer höchstens ärgerlich ist, bedeutet sie für Geschäftsleute umsatzeinbußen. Endlose Wartezeiten bis ein Techniker nach dem Problem sucht, müssen sie deshalb nicht hinnehmen.

"Wenn der Anbieter nicht binnen ein oder zwei Tagen einen Techniker raus schickt, um herauszufinden, woran die Störung liegt, handelt er grob fahrlässig", erklärt Rechtsanwalt Kai-Uwe Springer. Deshalb sollten Selbständige bei ihrer Störungsmeldung gleich eine 48-Stunden-Frist setzen, die gemeinhin als angemessen gilt.

Als hilfreich hat sich die Androhung einer Schadensersatzforderung erwiesen. "Da reagieren die Anbieter meist schnell", weiß Springer. Der Grund: Die finanziellen Folgen sind für die Telekommunikationsunternehmen nicht absehbar. "Das kann je nach Größe des Geschäfts schnell ein paar tausend Euro ausmachen", sagt Springer. Um die Einbußen zu berechnen, werden die Umsätze und Gewinne des Vergleichszeitraums der letzten drei Jahre herangezogen.

Die Differenz zum Umsatz im Störungszeitraum kann als Schadensersatz geltend gemacht werden. Das gilt auch dann, wenn die Leitung nach einem Anbieterwechsel still gelegt ist. "Ist ein fester Termin ausgemacht worden, handelt es sich um einen Nichterfüllungsschaden", so Springer. In diesem Fall brauchen die Telefonnutzer keine weiteren Fristen einhalten.

(RP)