Mönchengladbach: Santander-Atrium-Dialog über die Vorzüge gesellschaftlicher Vielfalt

Mönchengladbach : Santander-Atrium-Dialog über die Vorzüge gesellschaftlicher Vielfalt

"Vielfalt statt Einfalt" hatten die Santander-Gastgeber ihren 5. Atrium-Dialog überschrieben und damit bereits eine Interpretation des etwas sperrigen Begriffs Diversity, der im Augenblick in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft heiß diskutiert wird, geliefert. Diversity heißt: Die Zukunft ist bunt und das ist gut so. "Während meiner gesamten beruflichen Laufbahn habe ich Diversity immer als positiven Faktor für Unternehmen wahrgenommen", sagt Vito Volpe, Vorstandsvorsitzender der Santander Consumer Bank, bei der Begrüßung. "Unterschiedliche Denkweisen und Kulturen bringen jeden weiter, sowohl individuell als auch als Team."

Diversity bedeutet in der Arbeitswelt den Abschied von Teams, in denen Männer mit gleicher Ausbildung, gleicher Sprache und mehr oder weniger gleichem Alter gemeinsam Aufgaben lösen. Die Teams werden gemischter, was Geschlecht, Alter, Herkunft angeht. "Diversity bedeutet mehr als Gender", stellt Yasmin Mei Yee Weiß, Professorin für Personal, Organisation und Gender Studies der TH Nürnberg, fest. Altersheterogenität und interkulturelle Aspekte gehören genauso zu diesem Begriff. "Es tut der Diskussion gut, wenn zum Beispiel Digital Natives mit am Tisch sitzen", weiß sie aus Erfahrung. "Diversity ist anstrengend, aber sie bringt eine positive Dividende." Eigentlich sei Diversity so zu verstehen, dass jeder und jede ihr Potenzial voll entfalten könne, erklärt Adelheid Sailer-Schuster, Mitglied des Aufsichtsrats der Santander Consumer Bank, und verweist auf das Pilotprojekt der Bank, bei dem um ältere Trainees, Wiedereinsteigerinnen nach der Familienphase, geworben wird.

Dennoch dreht sich bei der Diskussion der gesellschaftlichen Vielfalt vieles um die Frage von Geschlechtergerechtigkeit, Frauenförderung und Frauenquote. Denn: "Bei der Gleichberechtigung bewegt sich Deutschland bestenfalls im Mittelfeld", sagt Katja Ploner, bei Siemens für den Bereich Diversity und Inklusion verantwortlich. Bei der Frage der Quote sind sich alle weitgehend einig. Sie wird nicht geliebt, aber ohne hat es nicht funktioniert. "Unternehmen brauchen in dieser Hinsicht ein bisschen Anschub", meint Oliver Burda von der Santander Bank, und betont: "Der Finanzsektor sollte Vorreiter beim Thema Diversity sein."

Was sich ändern muss, damit Vielfalt in den Unternehmen Einzug halten kann, erläutert Kathrin Trump. Sie leitet das Institut für Diversity Management und nennt Beispiele wie die Gestaltung von Stellenanzeigen und den Ablauf und die Thematik von Assessment Centern. Dass die kulturelle Vielfalt nicht nur bei internationalen Banken wichtig ist, sondern auch in mittelständischen Unternehmen, unterstreicht Rolf Königs, Geschäftsführer von Aunde. "Als wir Werke im Ausland von deutschen Managern führen lassen wollten, sind wir damit vor die Wand gefahren."

(RP)