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Sabrina Eickhoff aus Mönchengladbach baut Kostüme aus Computerspielen nach

Cosplayerin aus Mönchengladbach : Der Weg zum perfekten Kostüm

Sabrina Eickhoff baut Kostüme aus Computerspielen nach - und zwar so gut, dass Spielefirmen sie inzwischen buchen. Ihr Wissen vermittelt sie auch an junge Cosplayer.

Auf den Fotos ist Sabrina Eickhoff nicht wiederzuerkennen. Die 32-Jährige aus Mönchengladbach ist freundlich, trägt schwarze Kleidung, viele Tattoos auf dem Arm und ein großes Amulett um den Hals. Auf dem Foto hingegen ist eine Frau in schwerer futuristischer Rüstung zu sehen, mit Bemalung im Gesicht und Haaren, die wie ein Helm wirken. In ihrer Hand hat sie eine lange, leuchtende Peitsche. Eickhoff ist Cosplayerin. Auf dem Foto ist sie der Charakter „Fury“ aus dem Spiel „Darksiders“.

Cosplayerin Sabrina Eickhoff aus Mönchengladbach zeigt "Fury" aus "Darksiders"

In der alten Spinnerei in Mönchengladbach hat Sabrina Eickhoff ihr Atelier. Für die Kostüme ist ein Werkstoff von besonderer Bedeutung. Der Thermoplast „Worbla“, der auf die Bedürfnisse der Cosplayer ausgerichtet ist. Thermoplast heißt, man kann ihn durch Erhitzen formen. Wenn er abkühlt, behält er die neue Form. Es gibt ihn in verschiedenen Stärken und Eigenschaften. „Mit dem Heizluftfön bringt man den in jede Form, die man sich vorstellen kann. Man kann Rüstungen damit bauen, Zauberstäbe, Kristalle und Eiszapfen. Eine dünnere Variante kann man auf Stoff bügeln. Es gibt weißes Worbla, das man einfärben kann“, sagt Eickhoff.

Großteile ihrer Kostüme entstehen auf diese Weise. Bei glatten Teilen kommt auch mal ein 3-D-Drucker zum Einsatz, woanders eignet sich Moosgummi oder Styrodur. Beim Nähen und bei den Perücken holt sich die Gladbacherin in bestimmten Fällen Hilfe, „damit das auch professionell aussieht“. Schnell gemacht sind die Kostüme nicht. Mit allen Details kann es mehrere Wochen dauern und Hunderte Euro kosten, bis das Cosplay perfekt ist.

Das Industrieloft teilt sie sich unter dem Namen Monono Creative Arts mit anderen Kreativen und Start-Up-Gründern. Hier entstehen auch die Kostüme, die in Auftrag gegeben werden. So war das auch bei „Fury“, sagt die Cosplayerin: „Die Spielefirma THQ Nordic hat mich gebucht, und zwar nicht nur für den Bau, des Kostüms, sondern auch als Walking Act für Messen.“ Mit dem Cosplay war Sabrina Eickhoff in Köln auf der Gamescom, auf der Pax West in Seattle und auf der Paris Games Week. „Ich stehe dann am Stand der Firma und mache Fotos mit den Besuchern“, sagt sie. Dabei gibt es auch lustige Momente. „Auf der Pax in Seattle habe ich kurz mal ruhig gestanden und einen anderen Cosplayer angeschaut. Dann habe ich mich umgedreht und die Leute haben sich erschrocken, weil sie tatsächlich dachten, ich sei eine Statue.“

Angefangen hat die Liebe zum Cosplay 2015 bei der Role Play Convention. „Ich wusste bis dahin gar nicht, dass es dieses Hobby gibt. Ich dachte, dass die Cosplayer das beruflich machen.“ Bei der Convention wurde Cosplay vorgestellt. Vorher hatte sie schon mal mit viel Kreativität ein Kostüm für den Japan Tag in Düsseldorf gebastelt. „Ich fand die Szene, das ganze Drumherum so toll und habe auch schnell festgestellt, dass mit das so viel Spaß macht, dass ich mir überlegt habe, wie ich das beruflich machen kann.“

Noch reichen die Aufträge nicht, um allein vom Cosplay leben zu können. Eigentlich ist Sabrina Eickhoff studierte Kulturpädagogin, ist für das Studium vor zehn Jahren aus dem Kreis Höxter nach Mönchengladbach gezogen. Ihr Wissen und das Cosplay will die 32-Jährige miteinander verbinden, gibt Workshops zum Thema Cosplay und bringt Jugendlichen die Grundlagen bei. „Bei den Workshops zeige ich die Materialien und Arbeitsgeräte. Aber wir besprechen auch Themen wie Social Media. Lehren ist echt eine coole Sache“.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Faszinierende Bilder einer Cosplayerin aus Mönchengladbach