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Interview: Porträt Larissa Starozhilowa-Clemens: Russischer Liedermittag zur Marktzeit

Interview: Porträt Larissa Starozhilowa-Clemens : Russischer Liedermittag zur Marktzeit

Die aus Kirgistan stammende Sängerin Larissa Starozhilowa und der Pianist Geronti Cernisev treten in der Citykirche auf.

Zwei Studiengänge hat Larissa Starozhilowa hinter sich. Den ersten, ein IT-Ingenieurstudium in Bischkek, der Hauptstadt ihrer kirgisischen Heimat, hatte sie mit 23 Jahren erfolgreich gemeistert. Doch die leidenschaftliche Sängerin wollte auch ihrer musischen Seele zum Recht verhelfen - und hängte ein Musikstudium dran, mit dem Hauptfach Gesang.

Vor zwölf Jahren siedelte ihre Familie von Kirgistan nach Mönchengladbach um. Heute ist sie mit einem katholischen Kirchenmusiker verheiratet und lebt in Eicken. Nun ist Larissa Starozhilowa-Clemens (so ihr vollständiger Name) voller Vorfreude und Spannung. Denn am Samstag, dem 4. Oktober, wird sie ihr erstes öffentliches Konzert in ihrer neuen Heimatstadt geben. Es beginnt um 12 Uhr, und der Eintritt ist frei. "Ich werde in der Reihe ,Musik zur Marktzeit' in der Citykirche ein Programm mit dem Titel ,Russische Seele' singen", informiert die Sängerin, die ihr Stimmfach selbst mit "Contralto" angibt. "Das ist eine Stimme mit besonders großem Umfang, der in der hohen Lage deutlich über einen Alt hinausgeht", erklärt die Sängerin. Andererseits erreichten Mezzosoprane im Allgemeinen nicht wie sie das kleine a als Untergrenze.

Larissa Starozhilowa beherrscht naturgemäß Werke der russischen Musikgeschichte besonders gut, daher wird sie sich bei der Marktmusik am 4. Oktober auf russische Meister - Tschaikowsky, Mussorgsky, Rimsky-Korssakow - beschränken. "Aber ich liebe auch die Musik von Bach, Händel, Mendelssohn sowie von französischen Komponisten sehr", sagt sie. "Gesang ist die Sprache der Seele", ist ihre Überzeugung. Für ein Kirchenkonzert möglicherweise etwas ungewohnt wird sie am 4. Oktober in der Citykirche Stücke aus russischen Opern sowie russische Volkslieder vortragen. "Ich habe Arien aus ,Chowanschtschina' und ,Der Jahrmarkt von Sorotschinzy" von Mussorgsky, die Romanze der Polina aus Tschaikowskys ,Pique Dame' sowie ein Stück aus Rimsky-Korssakows ,Snegurotschka' (Schneeflöckchen) vorbereitet. Außerdem stehen bekannte russische Volkslieder auf dem Programm," gibt die Künstlerin bekannt. Am Flügel wird sie beim Konzert von dem russischen Pianisten Geronti Cernisev begleitet.

Begeistert probt Starozhilowa täglich zwei bis drei Stunden für den Auftritt. Dass sie in der Citykirche ein anspruchsvolles Soloprogramm darbieten kann, ist nämlich überhaupt nicht selbstverständlich. Bis vor gut einem halben Jahr "war meine Stimme so gut wie weg", berichtet die Sängerin. Sie rannte von einem Logopäden zum nächsten, suchte den Rat zahlreicher Experten, darunter HNO-Ärzte und Lungenfachärzte. Doch erst als sie - "ein Geheimtipp" - nach Moskau zu einer über 80 Jahre alten Expertin gefahren war, bildeten sich die Störungen zurück, kam die Stimme allmählich zurück. "Das war so etwas wie ein Wunder", schwärmt die Musikerin. Dass sie ihre Gesangsstimme wiedergefunden hat, ist für ihre Arbeit als Leiterin des Korschenbroicher Gospelchores "Different Ways" von existenzieller Bedeutung.

Inzwischen hat Larissa Starozhilowa so weit wieder Mut geschöpft, dass sie für sich bereits den nächsten Konzerttermin ins Auge gefasst hat. "Am 9. November werde ich in der Franziskanerkirche St. Barbara ein geistliches Repertoire vom Barock bis zur Romantik singen", teilt sie mit. Das Konzert beginnt um 16 Uhr.

(RP)