Mönchengladbach: Roncalli: Wenn die Fantasie das Programm schreibt

Mönchengladbach: Roncalli: Wenn die Fantasie das Programm schreibt

Ausverkauftes Haus, gelungene Show, minutenlanger Applaus - besser hätte der Saisonauftakt des Circus Roncalli in Mönchengladbach gestern nicht laufen können. Und manchen verkopften Menschen würden diese Fakten schon ausreichen, um die Zirkusvorstellung bewerten zu können. Doch das Jubiläumsprogramm "40 Jahre Reise zum Regenbogen" des Circus Roncalli ist nicht für Realisten kreiert, nicht auf Gewinn ausgerichtet. Es ist für Träumer, für Romantiker geschrieben, für Menschen, die dem Alltag entfliehen möchten.

Allein schon als Paolo Carillon auf seinem Hochrad in die Manege rollte, wähnte man sich in einer anderen Welt. Nebel stieg auf, schillernde Seifenblasen erschienen und der Mime und Illusionist ließ Blumen in bunten Regen verwandeln. In die Welt des Cartoons ließt TY Tojo das Publikum blicken. Der 18-jährige Jongleur mit japanischen Wurzeln setzte bei seinen präzisen, rasanten Tricks den Helden seiner Kindheit Pokemon, Akira und Co. spielerisch ein Denkmal. Es folgten Clownerie auf Seiltanz, mitreißende Trapez-Nummern auf heitere Mitmachaktionen - alles in einem temporeichen Wechsel, der die 1499 Zuschauer sich niemals entziehen ließ.

Vor genau 20 Jahren entdeckte Bernhard Paul das Akrobatik-Ensemble Circustheater Bingo in der Ukraine. Foto: Knappe Joerg

"Unser Ziel ist, dass die Leute selbst nach einem anstrengenden Tag, fünf Zentimeter über dem Boden schweben, nachdem sie unsere Show gesehen haben", sagte Zirkusdirektor Bernhard Paul vor der Premierenvorstellung. Das ist ihm gelungen. Die Katharsis ist geglückt. Nach fast drei Stunden voller Spannung, Frohsinn und Kontraste kamen die Menschen lächelnd, lachend - glücklich aus dem Zelt.

Rund eineinhalb Stunden lang schminkt sich der berühmte Weißclown Gensi aus Spanien vor einer Show. Foto: Knappe Joerg
(beaw)
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