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Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen: Rockerprozess um Satudarah-Mitglieder startet

Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen : Rockerprozess um Satudarah-Mitglieder startet

Ab Montag müssen sich drei Mitglieder des berüchtigten Motorradclubs Satudarah vor dem Mönchengladbacher Landgericht verantworten. Sie hatten im Juni vergangenen Jahres zwei Männer in einer Mönchengladbacher Wohnung mit einer Waffe bedroht und beraubt.

Sie waren gekommen, um Geld und Drogen einzutreiben. Drei Männer des berüchtigten Rockerclubs "Satudarah" hatten am 11. Juni gegen Mittag an der Tür einer Wohnung in der Gladbacher Innenstadt geklingelt. Sie waren auf der Suche nach Thomas K. Der 52-Jährige, der ebenfalls dem Rockermilieu angehörte, war von ihnen laut Anklageschrift für die Reparatur eines Motorrades bezahlt worden, die aber nicht ausgeführt worden sein soll. Doch die bewaffneten Satudarah-Mitglieder stießen an diesem Tag nicht auf Thomas K. Es befanden sich zwei andere Männer in der Wohnung. Beide wurden bedroht und bestohlen, bevor sich die Eindringlinge mit einem "schönen Gruß von Satudarah" verabschiedeten und anschließend ankündigt haben sollen, dass sie Thomas K. "eine Kugel durch den Kopf jagen" werden.

Prozessauftakt mit erhöhten Sicherheitsvorkehrungen

Ab Montag stehen die Männer wegen besonders schweren Raubes, Nötigung und Verstoßes gegen das Waffengesetz vor Gericht. Es wird eine Verhandlung mit erhöhten Sicherheitsvorkehrungen sein.

Das Ungewöhnliche an diesem Fall, der jetzt in einem Prozess mündet: Obwohl es zum Ehrenkodex im Rockermilieu gehört, niemals die Polizei einzuschalten, wurde der Raub in Mönchengladbach damals angezeigt. So begannen die polizeilichen Ermittlungen. Schnell gerieten ein 59-Jähriger und ein 24-Jähriger ins Visier der Polizei. Beide wohnen in Mönchengladbach und gehören dem Satudarah-Club Duisburg an. Mitangeklagt ist ein 36-Jähriger aus Ratingen. Dessen Harley Davidson war Ende Februar vergangenen Jahres abgebrannt. Thomas K. sollte sie offenbar reparieren. Weil dies nicht geschah, musste der Ratinger wegen seines fehlenden Motorrades ein Strafgeld von 500 Euro pro Monat in die Clubkasse von Satudarah zahlen. Dafür wollte sich der Ratinger wohl rächen. Als der 36-Jährige Mitte vergangenen Jahres durch SEK-Kräfte festgenommen wurde, fand die Polizei bei ihm unter anderem eine Machete, einen Baseballschläger, eine Pistole mit eingestecktem Magazin sowie eine Schussweste.

Bei dem 59-jährigen Angeklagten wurden am 13. August bei der Durchsuchung seiner Wohnung in Rheydt sowie seiner Firmenräume in Wickrath und Viersen unter anderem eine Maschinenpistole mit fünf Magazinen, ein Schlagring und ein Springmesser sichergestellt. Bei dem 24-Jährigen entdeckten die Beamten eine geringe Menge Betäubungsmittel. Er blieb zunächst auf freiem Fuß, die anderen beiden gingen in U-Haft. Thomas K. soll zumindest zwischenzeitlich untergetaucht sein. Er hatte angekündigt, aus dem Rockerclub auszusteigen.

Der Rockerclub "Satudarah" soll mit den "Bandidos" befreundet sein. Bundesweit hat die Polizei die Erfahrung gemacht, dass beide Clubs im Drogen- und Waffenhandel tätig sind. Illegale Prostitution ist ein weiterer Vorwurf. In der Szene gelten "Satudarah" wie "Bandidos" als Feinde von den "Hells Angels".

Für den Prozess sind derzeit drei Fortsetzungstermine angesagt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Rocker in der Region – Chronik der Gewalt

(RP)