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Mönchengladbach: Rocker: Messerstecher in Haft

Mönchengladbach : Rocker: Messerstecher in Haft

Die Polizei in Köln hat einen Bandido festgenommen, der bei der Massenschlägerei in der Gladbacher Altstadt lebensgefährlich verletzt wurde. Der Mann, der als extrem gewalttätig gilt, hatte sich selbst aus der Klinik entlassen.

Seit der gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen den verfeindeten Rockergruppen Hells Angels und Bandidos in der Altstadt ist Brahim Z. (37) im Visier der Mönchengladbacher Polizei. Das führende Mitglied der Leverkusener Bandidos soll maßgeblich an der Massenschlägerei im Januar beteiligt gewesen sein. Der Rocker und Bordell-Besitzer, der als extrem gewalttätig gilt, wurde bei der Messerstecherei selber lebensgefährlich verletzt, entließ sich aber später eigenhändig aus dem Krankenhaus.

Frau den Kiefer gebrochen

Seit gestern sitzt er in Haft. Der Grund: die Anzeige einer jungen Frau. Die 21-Jährige hatte im Juli bei der Polizei ausgesagt, dass sie von dem Rocker mehrfach brutal misshandelt wurde. Brahim Z. soll sie unter einem Vorwand in seine tunesische Heimat gelockt, sie gegen ihren Willen dort festgehalten und misshandelt haben. Unter anderem soll der Bandido der Frau durch Faustschläge den Kiefer gebrochen haben. Die Angaben werden laut Kölner Polizei durch ärztliche Atteste und Aussagen der Eltern untermauert. Dem Vater der 21-Jährigen war es gelungen, die junge Frau in Nordafrika aus den Händen ihres Peinigers zu befreien. Jetzt erging gegen Brahim Z. Haftbefehl wegen Körperverletzung, Nötigung, Freiheitsberaubung und der Abgabe von Kokain.

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Die Mönchengladbacher Mordkommission "Kutte" ermittelt wegen versuchten Mordes und schweren Landfriedensbruchs gegen den 37-jährigen Tunesier. Bereits im Februar hatten Gladbacher Ermittler das Bordell des Bandidos in Leverkusen durchsucht. Festnahmen hat es damals keine gegeben. Bei der Razzia sollten in erster Linie Beweismittel sichergestellt werden.

Nach der Anzeige der misshandelten 21-Jährigen schnappten die Handschellen gestern allerdings zu. Die Kölner Polizei nahm den 37-Jährigen vor einem weiteren seiner Bordelle in Köln-Marsdorf fest.

Seit langem ist der 37-Jährige als Schwerkrimineller bekannt. Seine Gewaltbereitschaft habe er von 2000 bis 2003 bei Auseinandersetzungen in der Kölner Türsteherszene mehrfach unter Beweis gestellt, sagt Wolfgang Baldes, Sprecher der Kölner Polizei. Für seinen Versuch, aus einem rasenden Auto hinaus, einen Konkurrenten zu erschießen, wurden er und weitere Mittäter 2003 vom Kölner Landgericht zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Das Opfer war damals nur deshalb unverletzt davongekommen, weil der Schuss es verfehlt hatte.

Bereits vor einer Woche hatte die Kölner Polizei den ehemaligen Präsidenten des verbotenen Rockerclubs "Hells Angels MC Cologne" festgenommen. Der soll bei einem Aufeinandertreffen mit den Bandidos in der Kölner Altstadt einen Rocker aus seinem Umfeld befohlen haben, dem erstbesten Bandido "ein Messer in den Hals zu rammen". Mit dem Angriff wollte er laut Polizei die Gebietsansprüche seines Clubs festigen und Rache für eine Attacke auf einen Hells Angel nehmen, den Bandidos im Januar in der Mönchengladbacher Altstadt lebensgefährlich verletzt hatten.

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(RP/ac)