Mönchengladbach: Rock am Ring: am Dienstag wieder Gespräche

Mönchengladbach : Rock am Ring: am Dienstag wieder Gespräche

Diese Woche tagen drei Arbeitsgruppen, am Mittwoch kommt Konzertveranstalter Lieberberg erneut zu Verhandlungen nach Mönchengladbach. Ob das Festival weiterhin den Namen "Rock am Ring" tragen darf, ist noch fraglich.

Mitte Juli soll fesstehen, ob das Musikfestival "Rock am Ring" seine Zukunft in Mönchengladbach hat. Sehr viel früher wird sich unterdessen klären, ob es dann überhaupt noch seinen Namen tragen darf. Am Montag will das Landgericht Koblenz seine Entscheidung bekannt geben, ob Veranstalter Marek Lieberberg den Namen "Rock am Ring" für ein Festival in Mönchengladbach oder andernorts ohne Zustimmung der Nürburgring GmbH verwenden darf.

Die Chancen für Lieberberg stehen anscheinend nicht gut. Nach vorläufiger Bewertung bestehe ein Recht an dem Werktitel "Rock am Ring" sowohl für die Ring-Besitzer als auch für den Konzertveranstalter, sagte die Vorsitzende Richterin Ingrid Metzer am Montag. Das Recht liege bei einer Gesellschaft, die beide Parteien verbinde und noch existiere. Das Gericht würde damit der Argumentation der Anwälte der Nürburgring GmbH folgen, die eine einstweilige Verfügung gegen Lieberberg beantragt hatten.

Noch ist kein Urteil gesprochen, doch Lieberberg scheint die heikle Rechtslage geahnt zu haben. Wohl auch deshalb sprach er bei seinem Auftritt im Hockeypark vor einigen Tagen von "Rock im JHQ" statt von "Rock am Ring". Ob es sich dabei um den endgültigen Namen handelt, ist aber noch nicht klar.

Das Projekt befindet sich weiter in der Planungsphase. Vier Arbeitsgruppen, bestehend aus Mitarbeitern der Stadt und von Lieberberg, haben sich gebildet, um an den Themen Umwelt, Verkehr, Emissionen und Sicherheit zu arbeiten. Heute weilt Marten Pauls, dessen Firma Campo in den vergangenen 15 Jahren für jede organisatorische Neuheit bei "Rock am Ring" verantwortlich war, in Mönchengladbach. Am Dienstag kommt Marek Lieberberg persönlich für weitere Gespräche. Mehr wollen die Verantwortlichen zu dem Thema aktuell nicht sagen. "Es ist momentan für das Projekt sinnvoll, wenn die Teilnehmer im Stillen arbeiten", begründet Marten Pauls. Und das tun sie: Allein diese Woche tagen drei Arbeitsgruppen, es gab bereits einige Ortsbesichtigungen, alle stehen in engem Austausch. "Von allen Seiten ist die notwendige Dynamik da", sagt Marten Pauls zufrieden.

Konkurrenten des Standorts Gladbach scheinen momentan im Hintertreffen zu sein. Zuletzt gab es Spekulationen, dass der - nahe dem Nürburgring - gelegene Flugplatz Mendig eine Option für das Festival sein könnte. Es gäbe keine Probleme, 80 000 Besucher unterzubringen, ließen die Betreiber wissen. Ob es Sinn macht, wenige Kilometer von dem ab nächsten Jahr stattfindenden Festival "Grüne Hölle" auf dem Nürburgring ein weiteres Festival parallel anzubieten, ist zweifelhaft. Taktiker Lieberberg hält sich dennoch alle Optionen offen. "Es ist noch nichts entschieden", sagte eine Sprecherin: "Wir wollen aber lieber nach Mönchengladbach."

(RP)
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