Mönchengladbach: Rheydt hat jetzt viele Freunde

Mönchengladbach : Rheydt hat jetzt viele Freunde

Nachdem klar ist, dass Stadt und ECE-Gruppe ein Center am ehemaligen Theater planen, wenden sich Politiker Rheydt zu. Die großen Fraktionen sind sich einig: Ein Masterplan muss her. Wie er aussieht, ist unklar.

In der politischen Diskussion geht's oft darum, wer ein Feld wie schnell besetzt. Jetzt, nachdem sich der Bau- und Planungsausschuss auf das ehemalige Stadttheater als ECE-Standort festgelegt hat, verändert sich das Blickfeld wieder etwas — und zwar auf Rheydt. Denn Gutachter gehen davon aus, dass die dortige Geschäftswelt mit einem Umsatzminus von rund elf Prozent rechnen muss, wenn ECE sein Center auf rund 29 000 Quadratmetern Verkaufsfläche betreibt. Und deshalb tauchen wieder verstärkt die Freunde Rheydts auf: Die SPD legte in der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses gleich einen entsprechenden Antrag als Vorlage auf den Tisch. Und CDU und FDP fassten den gemeinsamen Beschluss, 200 000 Euro Planungskosten für die nächsten Jahre bereit zu stellen (die RP berichtete).

Steilvorlage geliefert

Gemeinsam ist beiden Vorhaben, dass sie den Blick über den Rheydter Marktplatz hinaus schweifen lassen. Die Sozialdemokraten fordern einen Masterplan für die gesamte Rheydter City und reklamieren die Urheberrechte für sich. Denn immerhin habe bereits im Frühjahr 2006 die Bezirksvertretung Rheydt-Mitte einen SPD-Antrag mit diesem Inhalt beschlossen. Vermutlich hatte Oberbürgermeister Norbert Bude seinen Parteifreunden selbst die Steilvorlage geliefert, weil er bei der RP-Podiumsdiskussion am Montag Abend die Politiker in die Pflicht nahm. "Macht einen Antrag und sorgt für Mehrheiten, dann werden wir als Verwaltung auch in Rheydt tätig", so mahnte der OB sinngemäß.

Horst-Peter Vennen, Sprecher der SPD im Bau- und Planungsausschuss, tat ihm diesen Gefallen und ist sicher, einen großen Wurf gelandet zu haben: Denn die SPD wollte für die Entwicklung eines Master-planes nicht nur 200 000 Euro in den Stadtetat schreiben, sondern bis 2011 jährlich weitere 100 000 Euro festschreiben. So sollte zeitgleich mit der ECE-Baustelle das Rheydter Zentrum für Handel und Nahversorgung gestärkt werden. Gerade auf die mittelfristige Planung setzte die SPD große Hoffnungen — und sieht sich nun durch die CDU/FDP-Mehrheit enttäuscht. "Sie blieben im Zeitfenster bis 2008 hängen", klagte Vennen später. Damit Rheydter Interessen nicht der Parteipolitik geopfert werden, so der SPD-Mann weiter, habe seine Fraktion dem Kompromiss zugestimmt. Allerdings will er, dass nun alle Seiten Farbe bekennen. Im Hauptausschuss und im Rat sollen die Rheydter Interessen grundsätzlich diskutiert und mit Inhalt versehen werden.

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Die CDU hat die Zeit nicht ungestört verstreichen lassen. Ihr Vize-Fraktionschef Hans-Walter Hütter ist seit Wochen in intensiven Gesprächen mit den Einzelhändlern: "Wir suchen gemeinsam nach Lösungen. Und ich bin sicher: Wir werden sie finden." Kommentar

(RP)