Restaurant in Mönchengladbach: Das Richard Wagner von Holger Böker schließt

Restaurant in Mönchengladbach: Richard Wagner schließt am Sonntag

Gastronom Holger Böker trennt sich nach vier Jahren von seinem Restaurant nahe der Hochschule. Er will beruflich kürzer treten. Ob und wer in die Räume des „Riwa“ zieht, ist anscheinend noch unklar.

Es wird geweint und umarmt dieser Tage in dem gemütlichen Restaurant mit den Holzstühlen und gepolsterten Bänken an der Richard-Wagner-Straße 54. Seit wenigen Tagen hat sich rumgesprochen, dass das „Richard Wagner“ von Gastronom Holger Böker am Sonntag schließt, und Bökers Frau Cathrin Weisker verabschiedet die Gäste einen nach dem anderen. Sie wünschen Weisker alles Gute und richten Grüße an ihren Mann aus, der bereits seinen neuen Job angetreten hat: Weil die Arbeit im Restaurant kaum Zeit für Familie und Freunde ließ, hat Böker sich dafür entschieden, einen Job mit geregelten Arbeits- und Urlaubszeiten anzunehmen. In einem Neusser Betrieb des Krankenhauses Neuwerk arbeitet er seit Aschermittwoch als Küchenchef.

Vier Jahre ist es her, dass Böker das Lokal an der Blauen Route übernommen hat, seither boten er und sein Team dort „klassische und vegane Küche“ an, wie er es selbst in der Speisekarte nennt. Von Bruschetta über Burger bis hin zu Himmel und Ääd gab es viel Auswahl, nicht selten mit einer veganen Option.

Als Böker am Mittwoch auf Facebook die Schließung verkündet, schreibt er: „In dieser Zeit habe ich viele Gäste kennen gelernt und neue Freunde gewonnen. Es war eine tolle gemeinsame Zeit, von der ich keine Minute missen möchte.“ Seine Gäste regieren nicht nur im Lokal traurig, auf Facebook kommentieren sie: „Mönchengladbach sinkt gerade in punkto Attraktivität um einiges!“ oder „Das ist eine überraschende Nachricht. Ich hoffe es wird weiter Böker-Küche in MG geben und wünsche alles Gute für die neuen Pläne!“ Das Richard Wagner, kurz Riwa, war aufgrund der Nähe zur Hochschule auch bei Studierenden beliebt. Eine Studentin schreibt bei Facebook: „Das Riwa hat mich durch meine Bachelorarbeit gebracht. Ohne euren Kaffee würde ich immer noch schreiben.“

Holger Böker ist seit Jahrzehnten in der Mönchengladbacher Gastronomie aktiv. Bereits vor der Jahrtausendwende übernahm er zusammen mit einem Freund den Geneickener Bahnhof und servierte dort gutbürgerliche, gehobene Küche bis hin zu spanischen Tapas – und machte sich damit einen Namen. Dort setzte er 2012 auch erste vegane Gerichte auf die Speisekarte, ein Markenzeichen, das es auch im Riwa gab. Einige Jahre hatte Böker parallel das Theatercafé Linol in Rheydt betrieben und seit September 2017 führen seien Frau und er auch das kleine Café Josef an der Keplerstraße, das allerdings nur zu besonderen Anlässen wie einem Beerdigungscafé geöffnet hat. Bökers Frau Cathrin Weisker lässt allerdings durchklingen: Vielleicht bleibt über das Café Josef ein bisschen Böker-Gastronomie erhalten – gerade überlegt das Paar, ob es zum Beispiel dort einmal im Monat einen Brunch veranstaltet.

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