Mönchengladbach: Renaturierung Bungtbach: Letzter Abschnitt beginnt

Mönchengladbach: Renaturierung Bungtbach: Letzter Abschnitt beginnt

3,4 Millionen Euro investiert die NEW, damit das Gewässer in sein ursprüngliches Bett zurückgeführt werden kann.

Es wird nicht mehr allzu lange dauern, dann wird sich der Bungtbach wieder in dem Bett schlängeln, das die Natur ursprünglich für ihn geschaffen hatte. Denn in Kürze beginnt der dritte und letzte Bauabschnitt zur Renaturierung des Gewässers. Der erste Bauabschnitt (2010) zog sich von der Korschenbroicher bis zur Peter-Krall-Straße, im zweiten Abschnitt (2012/2013) wurde der Bungtbach von der Peter-Krall-Straße bis zur Hardterbroicher Straße aus seinem engen geraden Lauf befreit, jetzt folgt der Bauabschnitt von der Hardterbroicher Straße bis zur Stiegerfeldstraße. Rund 3,4 Millionen Euro wird am Ende die NEW in die Gesamtmaßnahme investiert haben.

Die Maßnahme hat das Ziel, den natürlichen Gewässerverlauf des Baches wiederherzustellen. "Wir schaffen Retentionsraum, um Regenwasser schadlos zurückhalten zu können. Dadurch vermeiden wir ein Überlaufen sowohl des Baches als auch des angeschlossenen Kanalsystems", erläutert Armin Marx, Prokurist und Hauptabteilungsleiter Abwasser und Bau bei der NEW. Dies bedeutet, dass nicht nur ein naturnahes Fließgewässer geschaffen wird, sondern auch ökologisch wertvolle Feuchtwaldbereiche und Feuchtgrünlandschaften entlang des Bungtbachs.

In einem ersten Schritt müssen bis Ende Februar etliche Bäume gefällt werden. "Ab März beginnen die Nistzeiten, so dass wir dann keine Fällungen mehr durchführen dürfen", sagt Armin Marx. "Wir legen sehr großen Wert darauf, den Boden, das Gehölz und vor allem auch die vorhandenen Tierarten zu schützen." Im Anschluss wird das umliegende Areal mit standortgerechten Gewächsen neu bepflanzt, damit langfristig ein feuchter Auewald entstehen kann.

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Mit der gesamten Renaturierungsmaßnahme am Bungtbach werden die Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie erfüllt. Diese sieht vor, dass Fließgewässer in einem möglichst naturnahen Auebett liegen sollen, um die Lebensräume heimischer Tier- und Pflanzenarten zu schützen und zu erhalten. Für den dritten und letzten Bauabschnitt sind rund acht Monate Bauzeit vorgesehen. Die gesamte Renaturierung des Bungtbachs ist voraussichtlich im Oktober dieses Jahres abgeschlossen.

Im Zusammenhang mit der Renaturierung plant die NEW den Bau eines Regenklärbeckens an der Stiegerfeldstraße. Armin Marx: "Der Bau des Regenklärbeckens ist eine Maßnahme der NEW zum Schutze der Gewässer. Das Regenwasser, das in den Ortslagen Hardterbroich und Bonnenbroich über die Regenwasserkanalisation gesammelt und abgeleitet wird, kann zukünftig in dem unterirdischen, aus Beton gefertigten Klärbecken mechanisch gereinigt werden, bevor es in den Bungtbach eingeleitet wird."

Die Umgestaltung des Bungtbaches ist die erste von mehreren Maßnahmen, die im Masterplan Niers vorgesehen sind. Geplant ist, am Gladbach, Papierbach und Bottbach ebenfalls große Retentionsräume zu schaffen und dort den Hochwasserschutz zu verbessern.

(RP)
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