Mönchengladbach: Reise ans Ende der Welt

Mönchengladbach: Reise ans Ende der Welt

Der Weltumsegler Klaus Hympendahl ist zu Gast beim Rheydter Yachtclub. Er berichtet über seine Südsee-Tour auf zwei Nachbauten polynesischer Katamarane. 7400 Kilometer legten er und seine Crew zurück.

Wer es tatsächlich geschafft hat, die Insel Tikopia zu erreichen, muss eine weite Reise hinter sich gebracht haben. Das wissen die Bewohner der östlichsten Insel der Salomonen. Deshalb wird der Ankömmling mit Bananen und Kokosnüssen empfangen — gegen Hunger und Durst. So erging es auch Klaus Hympendahl, der 1989 zum ersten Mal auf Entdeckungsreise in den Pazifik stach. Auf den Spuren der Polynesier traf er auf eine nahezu unberührte Kultur, mit der er sich im Jahr 1997 bei seinem mehrere Monate andauernden Aufenthalt vertraut machte.

Immer wieder hat sich der bekannte Autor und Weltumsegler aufgemacht, zuletzt war er ein halbes Jahr lang mit seiner Crew unterwegs — auf zwei historischen Nachbauten polynesischer Katamarane. Als erster Segler verfolgte er den Migrationsweg der Polynesier von Südost-Asien in den Pazifik. Klaus Hympendahl ist am kommenden Dienstag zu Gast beim Rheydter Yachtclub. Er wird über seine aufregende Fahrt berichten und spektakuläre Bilder zeigen.

Der in Hamburg geborene Segler lebt seit vielen Jahren in Düsseldorf. Bevor er das Meer zu seinem Betätigungsfeld machte, arbeitete er 23 Jahre lang als Texter und Creativ Director in der Werbung. Anschließend war er Inhaber einer eigenen Werbeagentur. Durch seinen Vater war Klaus Hympendahl schon sehr früh zum Segeln gekommen. "Von 1986 bis 1991 umsegelte ich die Welt im Zickzackkurs auf der Passatroute", schreibt er rückblickend. 40 Artikel für Segelzeitschriften sind in dieser Zeit entstanden.

Dann schrieb er sein Buch "Segeln über dem Vulkan". 1997 folgte eine Artikelserie: Wie navigierten die Araber? Wie die Wikinger, wie die Polynesier? Und wie Kolumbus? Es folgten weitere Bücher: "El Nino — wenn das Meer brennt" (1997), "Logbuch der Angst" (1999) und "Yacht-Piraterie — die neue Gefahr" (2001). Dieses Buch war das erste, das mit 40 authentischen Berichten von Überfallenen über weltweite Piratenüberfälle berichtete. Das Buch gilt inzwischen überall als Standardwerk.

Von November 2008 bis April 2009 war Hympendahl auf den nachgebauten Katamaranen nach Tikopia unterwegs. 4000 Seemeilen (7400 Kilometer) legten sie bei Regen, Stürmen und Flauten zurück. Die Reise ging von den Philippinen über die indonesischen Molukken-Inseln, entlang der Nordküste Neu-Guineas, durch das Archipel der Solomon Islands bis zu den Inseln Tikopia und Anuta. Wenige Tage vor Ende der Reise trennten sich die Katamarane. Einer ging Richtung Anuta, der mit Klaus Hympandahl an Bord nach Tikopia. Dort wurden er und seine Crew von seinen polynesischen Freunden herzlich empfangen. Der Katamaran wurde feierlich getauft und den Inselbewohnern geschenkt. Der zweite Katamaran blieb auf der Insel Anuta.

(RP)