Mönchengladbach: Reeperbahn: Gefasster Hochstapler kommt aus Gladbach

Mönchengladbach : Reeperbahn: Gefasster Hochstapler kommt aus Gladbach

Auf ungewöhnliche Art und Weise hat ein 31-jähriger Insasse der Justizvollzugsanstalt seinen Hafturlaub genutzt: Der Mann, der aus einer Unternehmerfamilie aus dem Raum Mönchengladbach stammen soll und der wegen Betruges seit 2012 einsaß, kehrte im August 2013 nicht in das Gefängnis in Geldern zurück, sondern bereiste diverse deutsche Großstädte.

München, Berlin, Köln und Hamburg waren unter anderem seine Ziele. Unterwegs war der Mann, der vor seiner Inhaftierung zuletzt in Krefeld gemeldet war, als Hochstapler.

Der Häftling beeindruckte laut den Ermittlungen der Polizei als vermeintlicher Millionärssohn, der einen Privatjet habe und nebenbei Investmentbanking in New York betreibe, eine ganze Reihe von Frauen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren und erwarb als "steinreicher Junggeselle" deren Vertrauen.

Dazu griff er auch auf Utensilien wie eine Rolex-Armbanduhr und einen Porscheschlüssel zurück. Die Arglosigkeit seiner Opfer nutzte der Mann schließlich aus, um den derart betrogenen Frauen EC-Karten oder Koffer zu stehlen.

Doch nicht nur junge Frauen fielen auf die Tricks des Hochstaplers herein. Der 31-Jährige mietete sich ebenso in Hotels der gehobenen Kategorie ein und logierte dort einige Tage, um dann aber abzureisen, ohne die Hotelrechnungen zu bezahlen. Ebenso mietete der Häftling Rennräder oder Tablet-PC. Die fälligen Zahlungen leistete er jedoch nicht, sondern machte sich mit den Gegenständen aus dem Staub.

Der Ermittlungsarbeit der Kriminalpolizei im Kreis Kleve war es schließlich verdanken, dass Fahnder den bundesweit Gesuchten auf der Reeperbahn in Hamburg/St. Pauli festnehmen konnten. Der 31-Jährige leistete dabei laut Angaben der Klever Polizei keinen Widerstand. Inzwischen sitzt der Mann wieder in der Justizvollzugsanstalt Geldern. Wahrscheinlich bis 2017 — eine mögliche vorzeitige Entlassung kommt bei ihm nun nicht mehr in Frage.

(dido/lukra)