Mönchengladbach: Radeln fürs Münster: Größer als die Tour

Mönchengladbach: Radeln fürs Münster: Größer als die Tour

225 Kilometer legen die Teilnehmer des Radmarathons zurück, sie bewältigen 2300 Höhenmeter und brauchen dafür zwischen sieben und elf Stunden. Insgesamt schwingen sich am Sonntag, 7. Mai, 1000 Fahrer in die Sättel.

Es ist eine Veranstaltung, die mit Zahlen beeindrucken kann: 225 Kilometer legen die Teilnehmer des Radmarathons zurück, sie bewältigen 2300 Höhenmeter und brauchen dafür zwischen sieben und elf Stunden. Die anderen Fahrer radeln immer noch zwischen 30 und 151 Kilometer. Alle gemeinsam vertilgen 1600 Bananen, 1500 Waffeln und 2500 Liter Getränke. Insgesamt schwingen sich rund 1000 Fahrer in den Sattel beim 18. Mönchengladbacher Radmarathon und dem Volksradfahren. "Das sind deutlich mehr Teilnehmer als bei der Tour de France", sagt Franz Dierk Meurers von der Volksbank Mönchengladbach, die die Veranstaltung traditionell unterstützt.

Der Vergleich mit der Tour de France ist natürlich nicht ernst gemeint, zeigt aber, dass man stolz ist auf diese regionale Großveranstaltung, die inzwischen viele regelmäßige Teilnehmer anzieht. Reizvoll ist nämlich für die Marathonfahrer der Wechsel zwischen dem Flachland und der Eifel, den die Tour zu bieten hat. "Flach anfahren, dann in die Berge, dann flach zurück", beschreibt Alexander Przybylski vom Orga-Team den Streckenverlauf. Meist habe man auf der Hinfahrt Gegenwind und auf dem Rückweg Rückenwind. "Aber manchmal ist es auch andersherum und dann werden die letzten Kilometer zur Qual", stellt er fest.

Aber fast jeder, der am 225-Kilometer-Marathon teilnimmt, schafft die Strecke. "Nur einmal musste ich jemanden mitten in der Eifel abholen, weil er wirklich nicht mehr weiter konnte", berichtet Johann Konder, als Initiator der Tour seit 18 Jahren dabei. Dass alle anderen ohne Hilfe auskommen, liegt auch daran, dass die Strecke so angelegt ist, dass die Fahrer sich unterwegs auch noch für eine kürzere Variante entscheiden können. Merkt man, dass heute die 225 Kilometer nicht drin sind, kann man auch auf die 151 oder 111 Kilometer ausweichen - immer noch erstaunliche Kilometerleistungen, zumindest für Hobbyfahrer.

Wer es gemütlicher mag, macht beim Volksradfahren mit. Da legt man dreißig Kilometer zurück und hat nur eine Verpflegungsstelle. Die anderen Strecken sind mit entsprechend mehr Stationen ausgestattet: Die Marathonfahrer haben sechs Mal die Gelegenheit, bei Bananen, Müsliriegeln und Getränken zuzugreifen. In der Eifel wartet sogar eine warme Mahlzeit auf die Ausdauerfahrer. Los geht es in diesem Jahr am Sonntag, 7. Mai, an der Gesamtschule Hardt. Die Marathonfahrer starten um 6.30 Uhr, die Tourenfahrer ab 7.15 Uhr, die Volksradler dürfen länger schlafen und beginnen erst ab 8 Uhr mit der Rundfahrt. Alle zahlen Startgeld: die Marathonfahrer 15 Euro, die Volksradler 3 Euro, ermäßigt einen Euro. Der gesamte Erlös kommt dem Münsterbauverein zugute. Der weiß die regelmäßige Unterstützung durch die Radfahrer und den Radsportbezirk Mönchengladbach zu schätzen. Seit einigen Jahren werden Spenden für das Brunnenhof-Projekt gesammelt. "Der Innenhof soll zugänglich und erlebbar gemacht werden", erklärt Dr. Bodo Assert vom Vorstand des Münsterbauvereins. Dazu soll der jetzt verwilderte Hof gartenarchitektonisch gestaltet werden, eine nicht ganz billige Aufgabe, die bis zu 300.000 Euro kosten kann. Der Münsterbauverein hat zwar schon einen Teil der Spenden zusammengetragen, freut sich aber über jede weitere Unterstützung. "Für solche Teilprojekte ist die Spendenbereitschaft nicht so hoch wie für die Sanierung vor einigen Jahren", weiß Assert. Umso besser, dass die Radfahrer jährlich etwa 2000 Euro einfahren. Weitere Informationen zur Veranstaltung und zur Strecke finden sich unter www.rsb-moenchengladbach.de.

(RP)