Mönchengladbach: "Querfeldein" - 12 Radrouten in der Stadt

Mönchengladbach : "Querfeldein" - 12 Radrouten in der Stadt

Fast acht Kilometer lang ist die Strecke vom Hardter Markt zum Alten Markt. 7,3 Kilometer sind's von Rheindahlen zum Rheydter Marktplatz. Zwölf Fahrrad-Routen abseits der Hauptverkehrswege stellt eine neue Broschüre vor.

Nein, Mönchengladbach hat wirklich keine guten Radwege. Viele sind ramponiert, marode, sanierungsreif. Und nein, Mönchengladbach hat kein funktionierendes Radwegenetz - was hier über Jahre an Radwegen gebaut wurde, ist vielfach nur Flickschusterei. Trotzdem gibt es attraktive Radverbindungen in der Stadt: Es ist ein kleiner Schatz, der entdeckt werden muss. Norbert Krause hat es mit dem Team von der Aktion "200 Tage Fahrradstadt" getan und den Schatz gehoben. Herausgekommen ist eine Broschüre, die "Querfeldein" heißt, in einer Auflage von 5000 Exemplaren von der Stadt gedruckt wurde und in Rathäusern und Bibliotheken kostenfrei zu bekommen ist. Dieses Heft stellt zwölf innerstädtische Radrouten in Gladbach und Rheydt vor. Ruth Zadow war für Layout und Illustrationen zuständig.

"Querfeldein-Rennen" - das waren in den 60er Jahren eine Domäne des deutschen Radrennfahrers Rolf Wolfshohl. Er fuhr mit seinem Rad über Stock und Stein, schulterte es mitunter, um bei matschigen Passagen zu laufen. Keine Sorge: Das muss niemand, der die zwölf innerstädtischen Routen abfahren will. Allenfalls mal das Rad schieben. Die Touren führen allerdings auch abseits der gewohnten Wege. Beispiel: Wer von Gladbach nach Rheydt will, könnte an der Theodor-Heuss-Straße, Gartenstraße und Limitenstraße entlang radeln. Das ist aber wegen des Autoverkehrs nicht wirklich schön, nicht entspannend und führt wegen der vielen Ampeln auch nicht schnell zum Ziel. Die Broschüre "Querfeldein" stellt dagegen eine Route über die Richard-Wagner-Straße und auf der Brucknerallee vor - da macht Rad fahren in der Stadt noch richtig Spaß.

"Unsere Zielgruppe sind Autofahrer, die aufs Rad umsteigen wollen und die wir abseits ihrer klassischen Autofahrer-Wege führen", sagt Initiator Norbert Krause. Damit der klassische Pkw-Fahrer als Plötzlich-auf-das-Rad-Umsteiger weiß, wie er genussvoll radeln kann. Der Ausgangspunkt jeder Route ist ein markanter Punkt im Stadtteil, oft ist es der jeweilige innerstädtische Platz - etwa der Hardter Markt oder der Rheindahlener. Aber auch Schloss Rheydt findet sich. Und immer führen die Touren zum Mittelpunkt der beiden Zentren, zum Rheydter Marktplatz und zum Alten Markt. Es gibt eine Stadtkarte, auf der die jeweilige Route farblich markiert ist, kleinformatige Fotos ergänzen sie. Dazu gibt es eine ausführliche Beschreibung der Fahrstrecke mit korrekter Länge. Die Radrouten sind nicht im stillen Kämmerlein am Schreibtisch von Krause und seinen Fahrrad-Freunden entstanden. Zahlreiche Bürger haben die Wege mitgeschrieben und mitentwickelt: Sie haben ihre Top-Strecken genannt, wie sie von A nach B kommen. In der Stadtbibliothek in Rheydt konnten auf ausgehängten Stadtkarten Lieblingsstrecken eingezeichnet werden. Konkretisiert haben Krause und Helfer diesen Schritt, als sie mit dem Wohnwagen durch die Stadt tourten und die Bürger-Vorgaben mit Details versahen.

Die Broschüre "Querfeldein" kommt an. "Die 400 Exemplare, die wir den Bibliotheken zur Verfügung gestellt haben, waren ratzfatz weg. Da mussten wir schon nachliefern", sagt Krause. Wer am Ende kein Heft bekommt: Man kann die zwölf Routen auch im Internet auf der Seite "200 Tage Fahrradstadt" herunterladen.

www.200tage.de

(RP)
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