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Gericht: Prozess wegen Drogenschmuggels: Angeklagter mit Kokain gestoppt

Gericht : Prozess wegen Drogenschmuggels: Angeklagter mit Kokain gestoppt

Ein Mainzer ist im Januar auf der Autobahn 61 gestoppt worden, in einem Versteck führte er Betäubungsmittel mit sich. Der 54-Jährige übernimmt die Verantwortung für die „Kurierfahrt“.

Vor der 2. Großen Strafkammer des Landgerichts Mönchengladbach ging es am Mittwoch um die Einfuhr von Betäubungsmitteln. Boro K. wird vorgeworfen, 16 Kilogramm Kokain von den Niederlanden nach Deutschland gebracht zu haben. Bundespolizisten hatten den Mainzer am 18. Januar auf der A61 an der Anschlussstelle Rheydt gestoppt und den Wagen untersucht. In einem Versteck unter der Rückbank entdeckten sie die Betäubungsmittel.

Der 54-Jährige ließ durch seinen Anwalt erklären, er übernehme die Verantwortung für eine einmalige Kurierfahrt. Er sei nie Konsument von Drogen gewesen, habe sich aus materiellen Gründen jedoch für die Durchführung einer Schmuggelfahrt anwerben lassen. Er habe nach der Fahrt 700 Euro erhalten sollen, was durch die Festnahme verhindert wurde. „Mein Mandant wurde aktiv durch die Szene angesprochen, weil er ein unauffälliges Erscheinungsbild sowie Auto besaß“, erklärte der Verteidiger Olaf Langhanki. Zudem habe der Angeklagte auf das vertraut, was man ihm gesagt habe. So habe er angeblich Marihuana transportieren sollen. Auf etwas anderes, also den ihm vorgeworfenen Transport harter Drogen, hätte sein Mandant sich niemals eingelassen. Zunächst sollte K. sein Fahrzeug in die Niederlande bringen, um dort ein größeres Drogenversteck einbauen zu lassen. Dies erklärte man ihm mit dem großen Volumen der Ware. Der Angeklagte habe das Fahrzeug abgegeben, sich in ein Café gesetzt und dort abgewartet, bis er es, präpariert für die Kurierfahrt, wieder abholen konnte. Er habe nicht gewusst, wo sich das Versteck befunden hätte, hätte die Drogen weder gesehen noch berührt. Dem entgegen steht das positive Ergebnis eines Drogenwischtests, den die Beamten bei der Kontrolle durchführten. Der Verteidiger erklärte, dass die Person, die die Drogen versteckt habe, das Auto bewegt und so Lenk- sowie Bedienteile berührt und so kontaminiert haben müsse. Somit habe eine Sekundärübertragung zu dem positiven Ergebnis geführt. Eine DNA-Überprüfung des Kokainpakets müsse ergeben, dass es eben keine Spuren von K. aufweise. Zudem führte der Verteidiger aus, bei den ebenfalls  sichergestellten 1.700 Euro handele es sich um Arbeitslohn des Angeklagten, nicht um eine Bezahlung für die Drogenfahrt. Einer der Polizisten, der die Kontrolle durchführte, sagte gestern als Zeuge aus. Er sprach von einem aufwändigen Versteck unterhalb der Sitzbank und einem sicher langwierigen Einbau.

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Da ein Strafmaß sich an der Art und der Menge der eingeführten Betäubungsmittel bemisst und und zwischen weichen Drogen wie Marihuana und harten wie Kokain unterscheidet, muss die Kammer nun den Nachweis erbringen, dass K. in Kenntnis des Kokainschmuggels war. Andernfalls müsse sie davon ausgehen, was der Angeklagte geglaubt habe. Dann habe es sich um eine fahrlässige Einfuhr von Kokain gehandelt. Ein Mitarbeiter des Zolls, bei dem der Wagen inzwischen steht, soll nun die genauen Maße des Schmuggelverstecks ermitteln und sie gemeinsam mit einer Fotodokumentation an die Kammer übermitteln. Mit diesen Unterlagen soll dann ein Sachverständiger klären, welche konzentrierte Marihuana-Menge in dieses Versteck passe. Der Prozess wird fortgesetzt.