Mönchengladbach: Prozess: Stalker verfolgte Ex-Freundin hartnäckig

Mönchengladbach : Prozess: Stalker verfolgte Ex-Freundin hartnäckig

Wegen Diebstahls, Körperverletzung und Stalkings wurde der Angeklagte zu einem Jahr und sieben Monaten verurteilt.

Der Vorsitzende der 10. Kleinen Strafkammer hatte gestern kaum die letzten Worte gesprochen und den Angeklagten (43) auf die Möglichkeit einer Revision gegen das Urteil aufmerksam gemacht, als der 43-Jährige sichtlich empört rief: "Auf jeden Fall". Der Gebrauchtwagenhändler war bereits 2012 unter anderem wegen Stalkings verteilt worden. Gestern bekam er nach 41 Prozesstagen im Berufungsverfahren wegen zweifachen und räuberischen Diebstahls, Körperverletzung, Fahren ohne Fahrerlaubnis und Nachstellung erneut eine Freiheitsstrafe - diesmal ein Jahr und sieben Monate ohne Bewährung.

Der Angeklagte und die 41 Jahre alte Ex-Freundin, eine Polizistin, hatten sich um das Jahr 2000 herum kennengelernt, waren jahrelang ein Paar bis zur Trennung im Frühjahr 2007. Die Partnerin sei im Sommer 2007 noch einmal zu dem Angeklagten zurückgekehrt - bis zur endgültigen Trennung 2008. So hieß es in der Urteilsbegründung.

Doch damit konnte sich der Mann offensichtlich nicht abfinden. Es gab noch Telefonate und Austausch von SMS. Dann folgten strafrechtliche Ermittlungen. Doch der Angeklagte hat bisher sowohl in der ersten Instanz als auch jetzt im Berufungsverfahren alle Vorwürfe bestritten. Laut Anklage soll er im August 2009 nachts aus dem Pkw der Polizistin mehrere Gegenstände gestohlen haben. Nach Ansicht eines Gutachters ging es ihm dabei allein um Machtausübung über die Ex-Freundin. Sie sei sein Eigentum, soll er gesagt haben.

So hatte er auch am 28. September 2009 auf die 41-Jährige gewartet, als sie mit ihrem Pkw nach Hause kam. Er wolle sie heiraten und zehn Kinder mit ihr haben, erklärte er der Ex-Freundin. Er solle sich "verpissen", habe die Frau wütend reagiert. Der Angeklagte nahm sich aus ihrem Fahrzeug eine Pferdewagendecke. Als die 41-Jährige zum Pkw des Angeklagten ging, fuhr dieser an. Dabei wurde die Frau durch die offene Tür verletzt. Diese Tat wertete das Gericht als räuberischen Diebstahl. Trotz Kontaktverbotes verfolgte er die Ex-Freundin bei mehreren Gelegenheiten. Damit habe der Stalker in ihr Leben eingegriffen und die Frau verängstigt. Am Ende überzeugte die 41-Jährige das Gericht mit einer glaubwürdigen Aussage. In zwei Anklagepunkten wurde der Ex-Freund mangels Beweises freigesprochen.

(RP)
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