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Mönchengladbach: Prozess: Räuber bedroht zwei Opfer

Mönchengladbach : Prozess: Räuber bedroht zwei Opfer

Mit vorgehaltenem Messers hatte der 47-Jährige Geld für Drogen gefordert. Jetzt muss er sich deswegen vor dem Landgericht Mönchengladbach verantworten.

Wegen besonders schweren Raubes und schwerer räuberischer Erpressung musste ein Viersener (47) jetzt wieder einmal auf einer Anklagebank im Gladbacher Landgericht Platz nehmen. Der 47-Jährige hatte bereits zu Prozessbeginn vor der Ersten Strafkammer eine jahrzehntelange Drogenkarriere geschildert, die den Junkie nach mehreren Entgiftungen und Therapien schließlich arbeitslos werden ließ. "Den Führerschein hatte ich schon zweimal versoffen", erinnerte sich der Angeklagte.

Zuletzt habe er täglich morgens und abends eine Heroinspritze und eine Flasche Schnaps gebraucht. Strom und Gas habe man abgestellt. Eine ebenfalls drogenabhängige Freundin hatte ihn verlassen. "Als ich damals total abgebrannt war, bin ich am 10. September 2013 morgens um fünf Uhr durch Viersen gelaufen", berichtete der 47-Jährige. Unmaskiert betrat er gegen 7 Uhr eine Bäckerei. Als die Verkäuferin nach vorne in den Laden kam, hielt der Mann ihr ein etwa 25 Zentimeter langes "Haschisch-Messer" entgegen. "Gib mir Geld, oder ich erstech' dich", soll er der Frau gedroht haben.

Den Ausspruch bestritt der Angeklagte im Prozess. Doch die 25-jährige Angestellte konnte sich deutlich daran erinnern. Durch den Griff in die Kasse erbeutete der Mann 30 Euro. "Davon habe ich mir ein Brötchen und Stoff gekauft", erinnerte er sich vor Gericht. Einen Tag später betrat er in Viersen einen Kiosk. Er wolle ein Päckchen Tabak kaufen. Auch dort forderte der Mann von der Verkäuferin Geld aus der Kasse und drohte mit einem Messer. "Das Messer habe ich der Verkäuferin nur gezeigt - es war in meinem Ärmel", beteuerte der Angeklagte. Aber die 58-jährige Verkäuferin widersprach dieser Aussage - er habe ihr das Messer entgegengehalten und nicht nur gezeigt. Dieses Mal blieb es aber nur bei dem Versuch. Als die Frau laut um Hilfe schrie, flüchtete der Eindringling. Bei beiden Opfern entschuldigte sich der Viersener im Gericht. Er habe ihnen nichts antun wollen. "Es ging mir nur ums Geld für meine Heroinspritze." Dagegen schilderten die Frauen Ängste und Schlaflosigkeit. Am Ende wertete das Gericht die Raubtaten als minder schwere Fälle und verurteilte den Mann mit 24 Vorstrafen zu einer Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten. Außerdem beschloss die Erste Strafkammer die Unterbringung in einer Therapieanstalt.

(RP)