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Mönchengladbach: Prozess: Nach Tankstellenraub zum Drogenkauf

Mönchengladbach : Prozess: Nach Tankstellenraub zum Drogenkauf

Vier Mönchengladbacher (19, 20 und 23 Jahre alt) müssen sich seit gestern vor der Ersten Jugendkammer des Landgerichts wegen Erpressung und bewaffneten Raubes verantworten. Die Staatsanwältin wirft den Angeklagten vor, in wechselnder Tatbeteiligung im Dezember 2011 zwei Tankstellen überfallen zu haben. Sowohl zum Lebenslauf als auch zum Tatvorwurf sagten die jungen Männer, die aus Kasachstan und aus der Türkei stammen, bereitwillig aus. Meistens trafen sich die Männer, die weder einen Schulabschluss noch eine Ausbildung vorweisen können, in Mülfort an einem Jugendtreff. Bald war die Rede davon, ob und wie man Geld machen könne.

Rein zufällig und ungeplant sei man am 19. Dezember 2011 nach Jüchen gefahren. Am Ende war die Shell-Tankstelle das Ziel. Zwei checkten die Lage, mit dem Ergebnis: alles ok. Ein bereits verurteilter Bruder des 23-Jährigen und der jüngste Mitangeklagte, mit Messer bewaffnet und maskiert, betraten den Verkaufsraum. Die Angestellte wurde mit dem Messer bedroht. "Geld forderten sie von mir", erinnerte sich gestern die 19 Jahre alte Kassiererin. Doch die Kasse ließ sich nicht öffnen. Die Frau übergab eine Kleingeldkasse mit 200 Euro. Die Mönchengladbacher teilten sich die Beute, fuhren nach Venlo und kauften Cannabis.

An dem zweiten Raubüberfall am 28. Dezember 2011 auf eine Tankstelle in Erkelenz sollen nur die beiden Brüder, der 19 Jahre alte Angeklagte und ein unbekannter Mittäter beteiligt gewesen sein. Hier wurde eine ungeladene Gaspistole eingesetzt. "Zwei Männer, mit Sturmhauben maskiert, stürmten herein", erinnerte sich gestern ein 47-jähriger Mann, der damals in der Tankstelle arbeitete. "Einer hielt mir die Pistole vor den Bauch. Sie rafften die Geldscheine aus der Kasse", so der Kassierer gestern. Mit einer Beute von 405 Euro und ein paar Zigarettenpackungen aus einem Regal seien die jungen Männer schließlich verschwunden. Ein Angeklagter entschuldigte sich gestern bei dem Opfer. "Ja, das war der mit der Pistole", reagierte der Zeuge lakonisch, nahm aber die Entschuldigung an. Der Prozess wird fortgesetzt.

(RP)