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Mönchengladbach: Prozess nach Messerstichen am Asylbewerberheim

Mönchengladbach : Prozess nach Messerstichen am Asylbewerberheim

Von beträchtlichem Medieninteresse begleitet, begann gestern ein Prozess vor der 7. Großen Strafkammer des Mönchengladbacher Landgerichts. Auf der Anklagebank sitzt ein Somalier (24), dem Staatsanwalt Stefan Lingens versuchten Mord aus Heimtücke und gefährliche Körperverletzung vorwirft.

Der Fall wird in einem Antragsverfahren verhandelt, weil der Beschuldigte an einer akuten paranoiden Psychose leidet, deshalb als schuldunfähig gilt und in einer Klinik behandelt wird. Tatsächlich soll sich der Somalier am 14. Mai im Nordpark auf einen 22-jährigen Asylbewerber gestürzt haben, der damals mit einem Begleiter aus dem Asylantenheim mit dem Fahrrad unterwegs war.

Dabei soll der Täter das Opfer vom Fahrrad geschubst, es dann mit einem Messer in den Hals gestochen haben. Anschließend soll der Somalier das Opfer auf der Flucht mit weiteren Messerstichen verletzt haben. Danach sei der 24-Jährige weggelaufen. Das Opfer kam ins Krankenhaus.

Zu Prozessbeginn schilderte der eher schüchtern wirkende Beschuldigte seinen langen Weg durch die Länder Dschibuti, Eritrea, Libyen und Italien, bis er im Februar in Deutschland landete. Der 24-Jährige wurde in Somalia von seiner Pflegemutter unterstützt, bis er mit einem Onkel das Land aus politischen Gründen verließ. Weil er einem fremden Stamm angehörte, habe er dort nicht mehr leben können, berichtete er.

Danach erinnerte sich das Opfer, ein 22 Jahre alter Asylbewerber aus dem Iran, was ihm am 14. Mai im Nordpark auf einer harmlosen Radtour mit einem Freund geschehen war. "Uns entgegen kam der Somalier, begleitet von einem Chinesen, der sich mit einem Schirm gegen den Regen schützte", ließ das Opfer sinngemäß durch einen Dolmetscher übersetzen. Er sei von hinten von dem Täter vom Rad geschubst worden. "Als ich gerade wieder aufstand, hat er erneut zugestochen. Ich lief ein Stück weg, da hat er weiter auf mich eingestochen. Auf Englisch hab ich ihn vergeblich gebeten aufzuhören", berichtete das Opfer des Messerangriffs. Eine Erklärung für diese Tat hat er nicht. Der 22-Jährige leidet noch immer an den Folgen, ist nach wie vor in ärztlicher Behandlung. Den Täter habe er zuvor ein paarmal im Heim gesehen. "Der wirkte immer seltsam", so der 22-Jährige.

Der Prozess vor der 7. Großen Strafkammer des Landgerichts wird am kommenden Montag mit weiteren Zeugen fortgesetzt.

(RP)