Prozess in Mönchengladbach: Familienvater soll fremde Kinder missbraucht und gefilmt haben

Missbrauchsprozess in Mönchengladbach : Familienvater gibt Übergriffe auf fremde Kinder zu

Die Kinder einer guten Bekannten kamen häufig zu Besuch. Dabei soll der 45-Jährige die Kinder missbraucht und Tausende Aufnahmen davon gemacht haben. Zum Prozessauftakt gestand der Angeklagte die Taten teilweise.

Die Ermittlungsbehörden sollen 3.800 belastende Bild- und Videodateien bei ihm gefunden haben: Seit Dienstag muss sich Dirk K. (45) vor der 1. Großen Jugendkammer des Landgerichts Mönchengladbach wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und Herstellung und Verbreitung kinderpornografischer Schriften in 16 Fällen verantworten.

Vor Prozessbeginn erklärte der Verteidiger des Angeklagten, sein Mandant empfinde „Reue, sowohl was die Opfer als auch was seine eigene Familie“ angehe. Vor Gericht zeigte der Mann sich geständig und gab die sexuellen Übergriffe auf zwei Jungen (heute sieben und zwölf Jahre alt) zu, leugnete jedoch, die Kinder penetriert zu haben. Diese Bilder seien von einem Mann, mit dem er einschlägige Bilddateien im sogenannten „Darknet“ getauscht habe, nachträglich digital bearbeitet worden. Kurz vor dem Ende des ersten Verhandlungstages nannte H. zudem den Namen eines dritten Jungen aus Nettetal, von dem er Nacktfotos gemacht habe.

Die Übergriffe sollen zwischen 2014 und 2018 erfolgt sein. Die bei Beginn der jahrelangen Übergriffe drei und acht Jahre alten Jungen hätten den Mann häufig in der Wohnung besucht, sagte die Staatsanwaltschaft bei Prozessauftakt. Zwischen April 2014 und März 2018 soll der Angeklagte sexuelle Handlungen in 16 Fällen vorgenommen, gefilmt oder fotografiert haben. Das Bundeskriminalamt hatte im März bundesweit mit Fotos nach dem Mann gefahndet.

Der Angeklagte wurde Anfang März nach einer öffentlichen Fahndungsaktion in einem Krefelder Hotel gefasst.Im Fall einer Verurteilung drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft.

(Mit Material von dpa)
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