Prozess in Düsseldorf gegen Islamist Ugur S. aus Mönchengladbach

Mönchengladbach : Gladbacher Islamist vor dem Düsseldorfer Landgericht

Ein Syrien-Rückkehrer aus dem Umfeld des Islamisten Sven Lau muss sich ab Dienstag vor dem Düsseldorfer Landgericht verantworten. Dem Mönchengladbacher, der dem Verein "Einladung zum Paradies" angehört haben soll, wird vorgeworfen, im syrischen Bürgerkrieg gekämpft zu haben.

Bereits in Mönchengladbach soll er mit dem Jihadismus und dem "Islamischen Staat" offen sympathisiert haben. Nach seiner Rückkehr an den Niederrhein im September 2014 habe er sich laut Anklage zudem damit gebrüstet, er habe im Kampfeinsatz eine Schussverletzung an der rechten Wade erlitten. Doch eine Gutachterin kam inzwischen zu dem Ergebnis, dass diese Wunde keine Rückschlüsse auf eine Sprengwirkung oder eine Schussverletzung zulasse, sondern vermutlich eher von einem Abszess stamme. Eine der drei Frauen, mit denen Ugur S. nach islamischem Recht verheiratet sein soll, hatte ihn zunächst angeblich als IS-Kämpfer belastet. Ob die Frau jetzt im Verfahren aber überhaupt noch zu einer Aussage bereit ist, gilt als ungewiss.

Ugur S. war im Juni vergangenen Jahres festgenommen worden. Der Zugriff erfolgte am Düsseldorfer Flughafen. Der Mann wollte sich gerade in die Türkei absetzen. Die Gladbacher Staatsschützer kennen Ugur S. schon aus den Zeiten, als der Verein "Einladung zum Paradies" in Eicken aktiv war. Der 29-Jährige soll zum engen Umfeld des damaligen Vorsitzenden Sven Lau gehört haben.

(wuk/gap)