Mönchengladbach: Prozess: Autofahrerin bestritt Unfallflucht bis zuletzt

Mönchengladbach : Prozess: Autofahrerin bestritt Unfallflucht bis zuletzt

Wegen Unfallflucht vom Parkplatz eines Mönchengladbacher Supermarktes musste jetzt eine weißhaarige Rentnerin (70) vor dem Amtsgericht auf der Anklagebank Platz nehmen. Der Staatsanwalt beschuldigte die 70-jährige Autofahrerin, am 4. Februar nach dem Einkauf beim Ausparken ein fremdes Fahrzeug berührt und beschädigt zu haben. Als Schadenshöhe stellte die Versicherung später 900 Euro fest.

Doch die Angeklagte bestritt den Vorwurf. Sie habe nichts bemerkt und den Parkplatz unbesorgt verlassen. Außerdem sei sie damals von ihrer Enkelin aus der engen Parklücke herausgewinkt worden. Die Enkelin habe gerufen: "Es ist alles in Ordnung." Aber der Unfall war offenbar damals von einem Mann, der auf seine Frau wartete, bemerkt worden. Dieser Mann habe an die Fensterscheibe des Autos der Angeklagten geklopft und sie auf ihren Fahrfehler aufmerksam gemacht. Das hatte wiederum eine andere Supermarkt-Käuferin beobachtet.

Das alles hatte die Seniorin offensichtlich nicht davon abgehalten, mit ihrer Enkelin im Wagen vom Parkplatz zu verschwinden. Doch damit war die Geschichte nicht zu Ende. Der Augenzeuge des Unfalls hatte an dem Tag auch noch das Opfer, die 59-jährige Halterin des beschädigten Fahrzeugs, informiert und ihr außerdem noch die Kennzeichen des Unfall-Fluchtwagens genannt. "Leider habe ich mir nicht den Namen des Informanten notiert", bedauerte die 59-Jährige im Gerichtssaal.

Dann betrat die 18 Jahre alte Enkelin der Angeklagten den Gerichtssaal. Als nahe Verwandte müsse sie keine Zeugenaussage machen, wurde die 18-Jährige von der Richterin belehrt. Verlegen antwortete die Enkelin: "Ich würde nur sehr ungern aussagen". Sichtlich erleichtert verließ die junge Frau dann den Zeugenstand. Anschließend schlugen Richterin und Staatsanwalt der nach wie vor bestreitenden Seniorin vor, das Verfahren mit einem Gutachten fortzusetzen oder das Verfahren mit einer Geldbußen-Zahlung einzustellen. Mit einer Verfahrenseinstellung und einer Geldbuße von 250 Euro war die unbescholtene Rentnerin sofort einverstanden.

(RP)
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