Mönchengladbach: Prozess: 40 Fahrradfelgen landeten bei Schrotthändler

Mönchengladbach : Prozess: 40 Fahrradfelgen landeten bei Schrotthändler

Am 11. März tauchten in der Mittagszeit 40 Fahrradfelgen bei einem Schrotthändler auf. Ein 19-Jähriger hatte sie gebracht und für die angeblichen Schrott-Teile 18 Euro erhalten. Tatsächlich sollen die Felgen aber einen Wert von 200 Euro haben.

Offensichtlich war die Besitzerin der Fahrradteile mit dem Verkauf nicht einverstanden. Der 19-Jährige musste deshalb jetzt wegen Diebstahls auf der Anklagebank vor dem Mönchengladbacher Amtsgericht Platz nehmen.

Aber der 19-Jährige bestritt, die Felgen gestohlen zu haben. Nach einem Besuch bei seinem Cousin habe er an einem Hofgelände gehalten und sei aus seinem Wagen ausgestiegen. Er habe die Felgen und andere Schrott-Teile gesehen und einen Herrn gefragt, ob er die mitnehmen dürfe. "Ja, von mir aus, da steht sowieso alles nur rum", sei zunächst die Antwort gewesen. Dann sei ihm allerdings empfohlen worden, die Dame an der Pommesbude noch zu fragen. Das sei die Besitzerin. "Das habe ich dann getan", erinnerte sich der Angeklagte sinngemäß. Und an der Pommesbude sei ihm überdies gesagt worden: "Nehmen Sie ruhig ein paar von den Sachen mit."

Aber nun erinnerte sich ein Zeuge im Gerichtssaal ganz anders an die Szene im Betriebsgelände. Der Angeklagte sei gekommen und habe nach einem Bagger auf dem Hof gefragt, ob er den kaufen könne. Dann habe sich die Besitzerin gemeldet, der auch die Felgen gehörten. "Auf keinen Fall, alles liegen lassen", habe die Frau zu ihm gesagt, so der Zeuge. Das habe er auch dem Begleiter des Angeklagten erklärt. "Das habe ich nicht gehört", so der 19-Jährige, der damals unbeeindruckt die Felgen in seinen Wagen geladen hatte und davongefahren war, jetzt vor Gericht.

Der bisher nicht vorbelastete Angeklagte beteuerte, er wolle sich als Gebäudereiniger selbstständig machen. Aber eine Vorstrafe würde das verhindern. Da beschlossen Gericht und Staatsanwältin, das Verfahren einzustellen. Allerdings muss der Angeklagte für die Fahrradfelgen 250 Euro an die Besitzerin zahlen und damit den Schaden wiedergutmachen.

(RP)
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