Mönchengladbach: Programm des Salönchens startet heute

Mönchengladbach: Programm des Salönchens startet heute

In privaten Wohnzimmern wird wieder literarische Feinkost geboten. Auf Lesebegeisterte warten anregende Abende

Das Salönchen serviert allen Freunden seiner kleinen Veranstaltungsreihe, die ins fünfte Jahr ihres Bestehens geht, wieder literarische Feinkost. Der Initiatorin Dorit Schaaf gelang es erneut, aufgeschlossene und gastfreundliche Menschen zu gewinnen, die Lesebegeisterte in ihre Wohnzimmer laden, um gemeinsam einen anregenden Abend rund um das Thema Literatur zu erleben.

Am heutigen Donnerstag, 1. März, 20 Uhr, stellt Axel von Ernst in einer Lesung den Roman "Frühling 45" von Karl Friedrich Borée vor, ein authentisches Stimmungsbild der Stunde Null. Ein Roman als Chronik einer Berliner Familie, verfasst nach Tagebuchaufzeichnungen, ohne Sentimentalität, voller Tatsachen, packend erzählt. Getreu dem Verlagsmotto "Ausgraben, Bewahren, Wiederdraufzeigen und Entdecken" hoben die beiden Verleger des Lilienfeldverlags Axel von Ernst und Viola Eckelt mit diesem 1954 im Original erschienenen Buch ein literarisches Juwel. Der rührige Verleger, der dem Salönchen schon einmal einen fulminanten Abend bescherte, und seine Partnerin wurden 2017 Preisträger des erstmals vergebenen Verlagspreises des Landes NRW.

Am Dienstag, 6. März, 20 Uhr, klagt Heinrich Heine: "Ja, die Weiber sind gefährlich." Karin Füllner vom Heinrich-Heine-Institut kennt die Frauen der Heine-Zeit, die dem Dichter nicht nur Inspiration, sondern auch Irritation bescherten. Manche Verehrerin und Geliebte fügte ihm heftiges "Zahnweh im Herzen" zu. Seine Begegnungen mit den emanzipierten Schriftstellerinnen und Salonièren seiner Zeit kommentierte er mit Bewunderung, aber auch mit Argwohn: "Ja, die Weiber sind gefährlich! Aber ich muss doch die Bemerkung hinzufügen, dass die schönen nicht so gefährlich sind, als die, welche mehr geistige als körperliche Vorzüge besitzen."

Am 8. März, 20 Uhr, stellt Michael Serrer vom Literaturbüro NRW den Literaturnobelpreisträger 2017 Kazuo Ishiguro vor. Mit Begeisterung oder Unverständnis, kurz, nie einmütig, wird die Entscheidung der Schwedischen Akademie aufgenommen. Unerwartet auch 2017 ihre Wahl, sie verlieh dem gebürtigen Japaner Ishiguro, der im Alter von sechs Jahren seine Heimat verließ, und seitdem in Großbritannien lebt, die literarische Ehre. Sie bescheinigte ihm "große emotionale Kraft" bei seinen Lebensthemen "Vergessen" und "Erinnern". Sein berühmtester Roman "Was vom Tag übrig blieb" wurde 1993 mit Anthony Hopkins verfilmt. Spannend wird sein, wie der bekennende Bob Dylan Fan Michael Serrer den Nachfolger seines Idols als Literaturnobelpreisträger einschätzt.

Wer bei diesen Abenden dabei sein möchte, sollte sich eine Karte für 12 Euro bei den Buchhandlungen Prolibri in Eicken oder in Odenkirchen sichern. Die Anschriften der Gastgeber finden sich auf den Eintrittskarten.

(isch)