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Mönchengladbach: Prächtige Stimmung bei einziger Saalsitzung

Mönchengladbach : Prächtige Stimmung bei einziger Saalsitzung

Die "Poether Pothäepel" pflegen es, Karneval nach alter Manier zu feiern. Fürs Prinzenpaar gab's Fisch und Kartoffeln.

"Wenn et Trömmelche jeht" - ja, dann stehen sie alle parat, die Jecken der Karnevalsgesellschaft "Poether Pothäepel". Das haben die Narren nicht nur bei ihrem Einzug in den Festsaal des Gasthofes Loers gezeigt, sondern auch beim Auftritt der Show-Trommler "The Drummerholics", die bereits zu Beginn der Sitzung unter den rund 150 bunt verkleideten Karnevalisten für ordentlich Stimmung sorgten. Im Dunkeln brachten die in Neonfarben leuchtenden Elsdorfer die kölsche Version der fünften Jahreszeit nach Venn - und begeisterten das Publikum mit Hochgeschwindigkeits-Trommeleinlagen im Takt zu Brings' "Ne kölsche Jung" oder - ganz passend - zu "Nie mehr Fastelovend" der kölschen Brassband Querbeat, die bekanntlich mit der "Trumm, Trumm, Trumm" (Trommel) durch die Straßen zieht. Kurz gesagt: Die Stimmung bei der großen Saalsitzung der "Poether Pothäepel" hätte besser kaum sein können; die Party war schnell in vollem Gang.

Was die Jecken in Venn auszeichnet? "Wir veranstalten die einzige Saalsitzung im Stadtgebiet", sagt Frank Matzkewitz. Er ist Sprecher der Karnevalsgesellschaft, die es pflegt, "ihren" Karneval so wie früher zu feiern, als fast alle Narren auch in Mönchengladbach noch in Sälen der Gaststätten feiern konnten. Doch das ist nicht das einzige, was die "Poether Pothäepel" zu einer besonderen Truppe macht: Bei den Karnevalisten hat sich eine außergewöhnliche Tradition etabliert, die am Samstagabend auch das Gladbacher Prinzenpaar Verena und Guido Gauls kennenlernen durfte: Die Venner kredenzen ihrem Prinzenpaar jedes Jahr Fisch mit Kartoffeln zur Sitzung - feierlich, versteht sich. Das Problem: Verena mag gar keinen Fisch. Doch die Jecken zeigten sich verständnisvoll: Die Prinzessin musste nicht in den Hering beißen - sie aß die "Äppel", also die Kartoffeln, und Guido den Fisch - standesgemäß begleitet von mehreren Fotografen. Viel Zeit zum Verdauen blieb dem Prinzenpaar allerdings nicht - es zieht in der heißen Phase der Session bekanntlich von Sitzung zu Sitzung und grüßt die Narren Mönchengladbachs.

Was bei den "Poether Pothäepel" abgesehen vom Fisch mit Kartoffeln natürlich nicht fehlen durfte, waren "handgemachte" Show- und Tanzeinlagen der eigenen Kinder- und Jugendgarde sowie der Ratsgarde, der auch das Tanzpaar und das Solomariechen angehören. Alle Gruppen zeigten, was sie mit Daniela Wiehl und Birgit Jensch beziehungsweise mit Mike Pohla einstudiert hatten - und sorgten damit im Loers'schen Saal für perfekte Stimmung, die zum Ende des Abends vor allem einer nutzen konnte, um die Jecken noch einmal richtig zum Lachen zu bringen: Bruce Kapusta, der vielen eher als "Clown mit Trompete" bekannt ist, verlängerte seine Show um 100 Prozent auf gut 40 Minuten und strapazierte die Lachmuskeln der Cowboys, Mexikaner, Polizisten, Funkenmariechen und Co. genau wie Redner "Hastenraths Will", der pointiert auch das politische Geschehen in Mönchengladbach auf die Schippe nahm.

Relativ formal ging es hingegen bei den Ehrungen zu: Sitzungspräsident René Wermelskirchen ist für seine elfjährige Mitgliedschaft ausgezeichnet worden (für die Jecken eine runde Zahl) und Vorsitzender Ralf Piesczek für die besonderen Leistungen, die er in der Gesellschaft seit Jahren erbringt.

(cka)