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Mönchengladbach: Polizeipräsidium: Noch ein Jahr Bauzeit

Mönchengladbach : Polizeipräsidium: Noch ein Jahr Bauzeit

In Kürze soll der Innenausbau in dem Neubau-Komplex wieder anlaufen. Wahrscheinlich Ende 2017 oder Anfang 2018 soll der Bau bezugsfertig sein. Wie sich der Streit um die Vergabe für die Klimatechnik auf die Kosten auswirkt, ist offen.

Der Stillstand beim Innenausbau des neuen Polizeipräsidiums an der Krefelder Straße ist beendet. In vielen kahlen Räumen lagert bereits frisches Arbeitsmaterial. Das Unternehmen, das Heizungs- und Klimatechnik einbauen soll, ist derzeit dabei, die Baustelle einzurichten. Parallel dazu wird ein neuer Zeitplan für 2017 erarbeitet. Anfang Januar sollen die Arbeiten an dem Gewerk beginnen und Ende 2017 abgeschlossen sein.

Ein endgültiger Einzugstermin steht noch nicht fest, die Polizei geht nach Informationen unserer Redaktion davon aus, dass es wahrscheinlich Anfang 2018 werden wird, bis die rund 800 Beamten ihren Dienst in dem Neubau am Stadtrand aufnehmen werden. "Der Jahreswechsel 2017/18 ist unsere Wunschvorstellung", sagt Polizeipräsident Mathis Wiesselmann nach einer Begehung der Baustelle. Das wäre unterm Strich ein gutes Jahr Verspätung - ungefähr der Zeitraum, in dem die Beschwerde um die umstrittene Vergabe des Gewerks Klimatechnik ohne Bearbeitung bei der Vergabekammer Rheinland schlummerte. Weil die Firma, die den Zuschlag erhalten hatte, aufgrund der Verzögerungen entnervt aufgab, hatte sich das Verfahren im Oktober außergerichtlich erledigt. Jetzt kommt die Firma, die die Beschwerde eingereicht hatte, zum Zug.

"Die Gespräche mit der Firma, die die Arbeiten jetzt ausführen wird, laufen gut", sagt Liane Gerardi, Sprecherin des zuständigen Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB) des Landes NRW in Duisburg. Andere Tätigkeiten, die im Innenausbau erledigt werden müssen, müssen sorgsam in die neue Zeitplanung integriert werden. "Alles muss zurück auf die Baustelle", so Gerardi. Die Gewerke Malerarbeiten, Bodenbeläge und Fliesen waren wegen der lange Zeit unklaren Rechtslage gar nicht erst ausgeschrieben worden. Das soll nun im kommenden Jahr geschehen. Weil der fertige Rohbau in der Kälte beheizt werden muss, hat der BLB nun auf der Rückseite des Gebäudes Heizlüfter aufgebaut. Die werden von Diesel-Aggregaten angetrieben, und Ventilatoren in den Fluren verteilen die Wärme im gesamten Gebäude.

Foto: Theo Titz

Unterdessen müssen die Polizeibeamten noch ein Jahr im alten Gebäude-Komplex an der Theodor-Heuss-Straße aushalten. Dafür sind stellenweise sogar noch einmal Renovierungsarbeiten notwendig. Denn das alte Polizeipräsidium ist in höchstem Maße sanierungsbedürftig, wie es beim BLB zuletzt hieß. Zwischenzeitlich hatten sogar Rohrbruch und Ausfall der alten Heizung dazu geführt, dass keine einzige der insgesamt 13 Zellen im Gewahrsam mehr genutzt werden konnte. Die Festgenommenen mussten in anderen Polizeigewahrsamen in Krefeld oder Viersen untergebracht werden.

Polizeipräsident Mathis Wiesselmann betont: "Wir können mit der vorhandenen Technik noch hervorragend arbeiten, auch wenn sie nicht zukunftsfähig ist." Im neuen Gebäude wird es zum Beispiel eine komplett neue Leitstelle geben.

Wie sich die Verzögerungen am Ende auf die Kosten auswirken wird, ist noch unklar. Dass der Kostenrahmen von 70 Millionen Euro für Gebäude und Infrastruktur noch gehalten werden kann, daran glaubt niemand.

(RP)