Mönchengladbach: Polizei-Sprechstunde in Windberg nach Betrugsserie

Mönchengladbach : Polizei-Sprechstunde in Windberg nach Betrugsserie

Großes Lob für den Bezirksbeamten Wolfgang Schaaf.

"Falscher Polizist", "Enkeltrick", "falsche Handwerker" - in den vergangenen Wochen hatten es Trickbetrüger auf Windberger abgesehen. Der Bezirksdienstbeamte Wolfgang Schaaf nahm dies zum Anlass, gemeinsam mit dem Bürgerverein Windberg bei einer Bürgersprechstunde zu informieren. Die erste Sprechstunde in den Räumen der Johanneskirche brachte für beide Seiten viele Erkenntnisse - und großes Lob für den Bezirksbeamten.

Die meisten der Anwesenden waren mindestens einmal direkt betroffen, manche mit finanziellem Schaden, bei anderen ging es glimpflich aus. "In den vergangenen Wochen waren falsche Polizisten großes Thema", so Schaaf. Diese klingelten an der Tür von zumeist älteren Menschen. "Die Betrüger behaupten oft, es seien Verbrecher durch den Garten geflüchtet", erzählte eine Betroffene. Einer der beiden Täter lenkt dann die Bewohner ab, der andere sucht nach Wertsachen. Bei einem Ehepaar in Windberg soll so ein Schaden im Wert von 12.000 Euro entstanden sein. Als das Ehepaar den Diebstahl bemerkte, waren die Täter schon weg.

Andere Betrugsmaschen, von denen die Bürger berichteten, betrafen vermeintliche Mitarbeiter von Netzbetreibern, falsche Handwerker und angebliche Mitarbeiter örtlicher Energie- und Wasserversorger. Die Bürger fühlten sich durch lokale Medien gut informiert. Polizeibeamte Schaaf berichtete von einem Fall in seinem Bezirk. "Eine ältere Dame wurde von falschen Polizisten telefonisch gebeten, einen fünfstelligen Betrag von der Bank abzuheben und an einem Übergabeort zu deponieren. Glücklicherweise hat uns die Tochter rechtzeitig Bescheid geben können", sagt der Polizist. Schaaf weiter: "Wenn sich am Telefon die Polizei oder sogar ein Staatsanwalt meldet, kann das schon Angst machen. Aber keine öffentliche Institution würde je nach Ihren Wertsachen fragen oder diese vor angeblichen Einbrechern in Sicherheit bringen wollen."

Für Wolfgang Schaaf ging es bei der Bürgersprechstunde aber nicht nur um die Vermittlung von Informationen: "Die Leute sollten auch untereinander ins Gespräch kommen." Neben den Erkenntnissen, die man daraus ziehen könne, sei ein Austausch psychologisch sehr wichtig. "Die Betroffenen sind verständlicherweise verängstigt. Hier bekommen sie alle die Möglichkeit, über ihre Sorgen zu sprechen und auch Hilfestellung von den Nachbarn und der Polizei zu bekommen", so Schaaf. Sowohl der Beamte als auch die Bürger zeigten sich am Ende zufrieden und dankbar für eine solche Aktion. "Der Herr Schaaf ist ein netter Sheriff", brachte eine Dame die Rückmeldungen auf den Punkt.

(dola)