Mönchengladbach: Polizei nimmt falsche Wasserwerker fest

Mönchengladbach : Polizei nimmt falsche Wasserwerker fest

Zwei Mönchengladbacher sollen reihenweise Senioren bestohlen haben. Einer gilt als Intensiv-Täter. Der andere war bereits wegen Diebstahls verurteilt und machte trotzdem weiter. Die Ermittlungen gegen die beiden dauern an.

Weil eine 76-Jährige aus Brühl sofort den Notruf über "110" wählte, konnte die Polizei im Rhein-Erft-Kreis zwei Männer aus Mönchengladbach (30 und 34 Jahre alt) festnehmen. Die beiden hatten sich bei der Frau zuvor als Wasserwerker ausgegeben und sie dann bestohlen. Das taten sie offensichtlich nicht nur bei ihr. Beide Männer sind erheblich vorbelastet und als Trickdiebe bekannt, wie Polizeisprecher Anton Hamacher mitteilte.

Einer der beiden Festgenommenen gilt als Intensivtäter, der andere ist bereits zu einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr verurteilt. Das Urteil war noch nicht rechtskräftig, da machte der Mann schon weiter.

Am Donnerstag vergangener Woche bestahlen die beiden Trickbetrüger in Brühl neben der 76-Jährigen auch noch eine 88-jährige Frau. Die Täter suchten beide jeweils in ihren Häusern auf und gaukelten den Frauen vor, im Hause die Leitungen kontrollieren zu müssen. Die Frauen hatten nach eigenen Angaben die "Wasserwerker" immer im Auge, als sie in ihren Häusern umher liefen. Trotzdem vermissten sie anschließend Schmuck und Bargeld. Als die 76-Jährige dies feststellte, rief sie sofort die Polizei und beschrieb das Auto der Täter. Die Polizei konnte den roten Kleinwagen der Mönchengladbacher im Rahmen der Fahndung anhalten. Einer der später Festgenommenen trug noch die "Arbeitskleidung", die er im Haus der 76-Jährigen an hatte. Teile der Tatbeute wurden sichergestellt und konnten später identifiziert und ausgehändigt werden.

Der 34-jährige Täter wurde wegen Flucht- und Wiederholungsgefahr vom Richter nach Antrag der Staatsanwaltschaft in Haft genommen. Der zweite Mann kam zunächst wegen fehlender Haftgründe auf freien Fuß. Das Ermittlungsverfahren gegen ihn dauert ebenfalls noch an.

Die falschen "Wasserwerker" könnten noch für weitere, ähnliche Straftaten infrage kommen. Es gibt viele Polizeimeldungen über falsche Wasserwerker, die mit einem Auto mit Mönchengladbacher Kennzeichen unterwegs waren. Zuletzt in Osterath, wo eine knapp 90-Jährige bestohlen wurde. Aber auch in Grevenbroich, Essen und vielen anderen Städten berichten Zeugen, dass Wasserwerker in ein Auto mit der Städtekennung "MG" stiegen. Auch die Polizei im Rhein-Erft-Kreis geht davon aus, dass das Duo noch mehr auf dem Kerbholz hat. Sie fand bei den Männern unter anderem zwölf Ringe, zwei Ketten, drei Armbänder, Goldzähne und einen Münzanhänger, die noch nicht zugeordnet werden konnten. "Die Festgenommenen waren ziemlich aktiv", sagt Hamacher. Man sei nun dabei zu ermitteln, für welche Straftaten die beiden Mönchengladbacher noch in Frage kommen.

Die Polizei bittet deshalb alle Geschädigten, die noch keine Anzeige erstattet haben, sich mit dem Kriminalkommissariat 12 in Hürth in Verbindung zu setzen (Telefonnummer: 02233 52-0) oder die Tat bei der nächsten Polizeidienststelle anzuzeigen.

Die Täter nutzten einen roten Ford KA mit Mönchengladbacher Kennzeichen.

(OTS)
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