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City Ost in Mönchengladbach: Politiker sauer über Architekten-Kritik

City Ost in Mönchengladbach : Politiker sauer über Architekten-Kritik

Die Architektenschaft hat Politikern die Leviten gelesen: Die Planer sind unzufrieden mit dem Verfahren zur City Ost. Der Konter kam dann auch prompt: FWG-Chef Erich Oberem wirft den Architekten vor, einseitig Partei zu ergreifen.

Gladbachs Architektenschaft hat Farbe bekannt und für die Masterplan-Entwürfe der City Ost Stellung bezogen. Und zwar gegen eine Baumarkt-Ansiedlung, für hochwertigen Bürobau und ein externes Gutachten, das die Rechtsposition des Eigentümers Aurelis überprüfen soll. Das sorgt für Irritationen. "Die CDU scheint ferngesteuert zu sein, wenn es um Planungsfragen in unserer Stadt geht", kritisiert FWG-Parteichef Erich Oberem scharf. Ihm missfällt vor allem die enge Verbindung von Annette Bonin, die im Vorstand der Architektenschaft als auch für die CDU im Bau- und Planungsausschuss sitzt. Nicht ganz so harsch fällt die Kritik des Bauausschuss-Vorsitzenden Horst-Peter Vennen (SPD) aus. Aber auch er wundert sich: "Ich halte das Verhalten für unklug. Wir sind mit dem Masterplan-Verein in einem guten Dialog. Da muss man sich jetzt nicht so aus dem Fenster hängen."

Oberem als auch Vennen vertrauen den städtischen Rechtsexperten, die keine Chance sehen, die Rechtsposition von Aurelis zu erschüttern. Nach ihrer Meinung kann der geplante Hornbach-Baumarkt nicht verhindert werden — es sei denn, die Stadt zahlt Schadenersatz in Millionenhöhe. "Diese Position ist nicht angreifbar. Da kann man der Bauverwaltung und dem Rechtsamt getrost vertrauen", sagt Oberem. Und Vennen findet: "Die SPD ist doch kein begeistertet Verfechter eines Baumarkts an dieser Stelle. Wir sehen aber rechtlich viel Ungemach auf die Stadt zukommen, wenn wir dies verhindern."

Vennen macht sich große Sorgen, dass über diese Diskussionen der dringend notwendige Ausbau der Breitenbachstraße scheitern könnte. Die Straße soll unter der Brücke "tiefer gelegt" werden und eine dritte Spur bekommen. Außerdem soll die Kreuzung an der Lürriper Straße ausgebaut werden. Straßen- und Tiefbau kosten rund 6,5 Millionen Euro, für circa 2,7 Millionen Euro muss noch Grund gekauft werden. Beim Land hat die Stadt dafür einen Zuschussantrag gestellt und rechnet mit etwa 1,1 Millionen Euro an Landesmitteln. Über Rechtsgutachten und Hornbach-Vorhaben scheiterte im Bau- und Planungsausschuss aber auch der Ausbau der Breitenbachstraße.

Die CDU wollte zumindest ihn mit einem Kompromissvorschlag retten. "Doch er fand kein Gehör. Der Ausbau der Straße ist in der CDU-Fraktion unumstritten. Denn er ist Bestandteil des Konzepts, wie der Autoverkehr nach Fertigstellung der Arcaden abfließen kann", sagt der planungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Hans Wilhelm Reiners.

In der Tat könnte aus dieser Ecke Gefahr drohen. Denn in diesem Monat will das Oberverwaltungsgericht Münster in einem Normenkontrollverfahren über den Einspruch eines Parkhausbetreibers entscheiden, dem das Parkhaus an der Stepgesstraße gehört. Das Unternehmen befürchtete erhebliche wirtschaftliche Einbußen, wenn die Stepgesstraße, wie geplant, gekappt und die Durchfahrt verhindert wird. Weniger Autos heißt aber auch weniger Kunden.

Bauausschuss-Chef Vennen: "Die Breitenbachstraße ist für das Konzept überaus wichtig, das in dem Verfahren eine Rolle spielen kann. Das dürfen wir nicht gegen die Wand fahren."

(RP)