Mönchengladbach: Politiker fallen bei den Bürgern durch

Mönchengladbach : Politiker fallen bei den Bürgern durch

Ein mieses Zeugnis bekommen Mönchenglabachs Politiker vor dem Start in die Ferien ausgestellt. Nur 22 Prozent der Bürger halten die Arbeit der örtlichen Parteien für gut oder befriedigend. Das ist ein Ergebnis einer freilich nicht repräsentativen Umfrage der Mönchengladbacher Wirtschaftsjunioren. Die Note „eins“ wollte der Politik keiner der 632 Bürger geben, die bei der Umfrage Rede und Antwort gestanden haben.

Mehr Transparenz, ehrliche Arbeit und am besten einen „Schulterschluss aller Fraktionen im Rat für Mönchengladbachs Zukunft“, fordern die Junioren aufgrund des Umfrageergebnisses. Mehr Mitsprache etwa in Form von Volksentscheiden, Abschied vom Honschaftsdenken und Bürokratieabbau in der Stadtverwaltung waren Wünsche, die einige Befragte geäußert haben.

Die Umfrage ist Teil einer bundesweit von Wirtschaftsjunioren organisierten Erhebung, die Bürger nach ihrer Meinung und ihren Erwartungen zu politischen und ökonomischen Themen fragt. Der 110 Mitglieder zählende Mönchengladbacher Wirtschaftsnachwuchs-Club hat die bundesweit einheitlichen Fragen um einige örtliche, speziell auf Mönchengladbach zugeschnittene ergänzt. Dazu gehörte die Frage nach dem Bedarf für einen Anschluss der Stadt ans ICE-Netz der Bahn. Ergebnis: 52 Prozent wollen das, 30 Prozent nicht, 15 Prozent hatten dazu keine Meinung.

Verbesserungswürdig halten die Wirtschaftsjunioren aufgrund der Umfrageergebnisse den innerstädtischen öffentlichen Nahverkehr.

Dabei greifen sie auch eine seit vielen Jahren immer wieder diskutierte Idee auf: Ein „Einkaufs-Shuttle“, das zwischen dem Europaplatz und dem Alten Markt pendelt und Mitfahrer unterwegs an der Hindenburgstraße aufnimmt und absetzt, könne die Einkaufsstraße attraktiver machen, meint Dirk Kniebaum, Vorstandssprecher der Junioren. Während zwei Drittel der Befragten die Sauberkeit der Stadt als „sehr gut“ bis „befriedigend“ bewerten und 58 Prozent die Einkaufsmöglichkeiten in diesem Notenbereich ansiedelten, finden nur 28 Prozent die Kinderbetreuungs-Angebote und 53 Prozent das Freizeitangebot „sehr gut“ bis befriedigend. Dem Image ihrer Heimatstadt geben 60 Prozent der Befragten diese Noten.

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Die Wirtschaftsjunioren schließen daraus, dass der „Lokalstolz“ der Mönchengladbacher unterentwickelt ist und in einer Imagekampagne verbessert werden sollte. Vorstandssprecher Kniebaum: „Mönchengladbach ist bereits erstklassig, die Nagebote der Stadt, der Hochschule, der Vereine müssen aber auch erstklassig verkauft werden.“

(RP)
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