Mönchengladbach: Politik verlängert Rats-TV vorerst

Mönchengladbach: Politik verlängert Rats-TV vorerst

Die bisher sehr wenigen Zuschauer können aufatmen: Die Sitzungen des Mönchengladbacher Stadtrates werden fürs Erste weiter live im Internet übertragen. Das beschloss der Rat gestern ohne Gegenstimme. Allerdings ist dies auch mit zwei Aufträgen verbunden: Denn erstens soll die Verwaltung die Übertragung nur für einen kurzen Zeitraum ausschreiben, wahrscheinlich für den Rest der Wahlperiode bis Mitte 2020. Und zweitens soll das Rathaus prüfen, wie es die Übertragungen attraktiver machen kann, etwa mittels Rats-Radio oder Themen-Podcasts aus den Sitzungen und die Einbindung in Social Media wie soziale Netzwerke. Diesen zusätzlichen Prüfauftrag hatte die FDP formuliert, alle anderen Parteien schlossen sich dem an. Auch die CDU möchte qualifizierte Veränderungen in den Übertragungen.

Dass die Ergebnisse der Testphase angesichts der Zugriffszahlen ernüchtern sind, darin waren sich die Politiker aller Parteien einig. Nur 0,3 Prozent der Wahlberechtigten haben in der Testphase eingeschaltet, wenn im Ratssaal getagt wird. Die durchschnittliche Einschaltdauer lag in fast jeder Sitzung bei unter 20 Minuten. Noch niedriger sind die Zugriffe bei den Aufzeichnungen. "In den Aufzeichnungen sind Dinge aus dem Zusammenhang gerissen, weil der Verwaltungsvorstand darin nicht gezeigt wird", monierte FDP-Ratsherr Reiner Gutowski. In den Zusammenschnitten blieb ohne die Beiträge von Verwaltungsmitgliedern nicht mehr allzu viel übrig. Linken-Fraktionschef Torben Schultz verlangte zudem, die Stadt solle öffentlich Werbung dafür machen, wenn ein Mitschnitt in der Mediathek online verfügbar ist: "So finden das nur Rats-Freaks."

Möglicherweise wird aber auch bald der Verwaltungsvorstand in den Aufzeichnungen zu sehen sein. Das deutete gestern jedenfalls OB Hans Wilhelm Reiners (CDU) an. "Wir haben uns im Verwaltungsvorstand verständigt, dass wir das in der Testphase einheitlich handhaben. Wir werden uns darüber jetzt noch einmal austauschen."

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Bisher kalkuliert die Stadt mit jährlichen Kosten in Höhe von 12.000 Euro für das verlängerte Rats-TV. Die Leistung muss jetzt allerdings ausgeschrieben werden. "Da wird es interessante Angebote geben, die wollen wir uns anschauen", sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Felix Heinrichs.

(RP)
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