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Mönchengladbach: Pfiffiger König: Bei Parade saß er auf einer Waschmaschine

Mönchengladbach : Pfiffiger König: Bei Parade saß er auf einer Waschmaschine

Erst nahm der König die Parade ab – und saß dabei auf einer Waschmaschine. Dann stieg er lachend samt Hofstaat in eine dunkelblaue Limousine und ließ sich dem rund 600 Mann starken Regiment hinterher zum Festzelt chauffieren.

Nicht immer ging es gestern also beim Umzug der Bruderschaft St. Sebastianus und St. Vitus, Obergeburth Waldhausen, streng nach dem Protokoll zu. "Ich bin in der Jahrhunderte alten Geschichte unserer Bruderschaft wohl der erste König, der eine Parade im Sitzen abgenommen hat", vermutet Majestät Franz-Josef Siegers.

Eine Überraschung

Seine Kameraden hatten ihn beim traditionell nicht so ernst gemeinten dritten Durchgang der Parade mit Waschmaschine und Limousine überrascht. Die Angestellten seines Haustechnik-Unternehmens, die vorher extra im Festzelt das Marschieren geübt hatten, schoben das Elektrogerät auf einer Karre vor sich her und stellten es vor der Majestät ab. Siegers setzte sich spontan darauf, Königin Sigrid schüttelte lachend den Kopf und stellte sich rechts daneben. Winkend und klatschend feuerten die beiden die Schützen an, die im Stechschritt an ihnen vorbei zogen.

Über der Nicodemstraße baumelten rot-weiße Wimpelketten, Schaulustige säumten die Fahrbahn zwischen Roermonder Straße und der Kirche St. Peter. Nur kurz musste die Parade einmal unterbrochen werden: In dem Moment, als Siegers' Angestellte die Waschmaschine vor ihm abluden, ertönte das Signal eines Notarztwagens. Die Schützen machten schnell die Straße frei, damit der Wagen weiter Richtung Aachener Straße fahren konnte. Ganz am Schluss rückten dann die Zylindermänn 1973 mit ihrer dunkelblauen Limousine an. Genau vor Siegers, der ansonsten Präsident der Bruderschaft ist und vor 25 Jahren schon einmal Regent war, stoppte das Gefährt. Das Königspaar stieg ein und winkte bei der Abfahrt wie der echte Adel aus den geöffneten Fenstern heraus.

"Das war sehr schön, und mal etwas anderes", sagte Franz-Josef Siegers später im Festzelt. Der weiße Bau war an Fronleichnam Schauplatz für einen weiteren Höhepunkt während der Schützenfesttage: Dort kamen rund 1200 ehemalige Schüler der Schule am Ringerberg zum Klassentreffen zusammen.

(RP)