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Mönchengladbach: Parkplätze in Rheydter City sollen bleiben

Mönchengladbach : Parkplätze in Rheydter City sollen bleiben

Der Protest der Rheydter Geschäftsleute scheint Erfolg zu haben. Die Stadt wollte 40 Kurzzeitparkplätze im Zentrum streichen und die Straßen überplanen. Jetzt gibt es einen neuen Entwurf. Die Politiker müssen ihm noch zustimmen.

Es war ein Aufschrei, der Anfang des Jahres durch Rheydt ging. Im Wesentlichen waren es Rheydter Geschäftsleute, die Alarm schlugen. Der Grund: Vor der Stadtsparkasse sowie auf Markt-, Harmonie- und Bahnhofstraße sollten 40 Parkplätze verschwinden. Nun leidet Rheydt fürwahr nicht an Parkplatznot: Rund um die City, an der Gracht und ab Ende des Jahres auch wieder in der dann sanierten Tiefgarage finden Autofahrer Hunderte von Parkplätzen.

Doch die Geschäftsleute und das Rheydter City-Management befürchteten, dass die Kunden ausbleiben, die nur kurz eine Besorgung machen und die beliebten Kurzzeitparkplätze ansteuern. Die Idee der städtischen Planer, zwischen Marktstraße und Harmoniestraße für eine Flaniermeile zu sorgen, empörte die Geschäftswelt. "Rheydt ist nicht die Düsseldorfer Kö", wunderte sich Citymanagement-Vorsitzender Peter Felten.

Inzwischen hat sich die Aufregung gelegt. Dafür haben die städtischen Planer selbst gesorgt, nachdem sie gemerkt haben, dass ihnen der Wind mächtig ins Gesicht blies. "Wir haben schnell eine Lösung gefunden, und sie mit dem Citymanagement bereits durchgesprochen", sagt der städtische Baudezernent Andreas Wurff. Ohne ins Detail zu gehen, lässt er bereits durchblicken: "Wir werden fast alle Kurzzeitparkplätze erhalten können." Ganz wichtig: "Vor der Rheydter Geschäftsstelle der Stadtsparkasse werden wir weiterhin so viele Parkplätze haben wie bisher auch."

Trotzdem wird es im Zentrum spürbare Veränderungen geben, denn die Stadt hält an ihrer Absicht fest, den fußläufigen Bereich deutlich zu verbreitern. Drei Zonen soll es künftig geben: Das Areal vor den Geschäften ist den Fußgängern vorbehalten. Hier soll die Aufenthaltsqualität deutlich gesteigert werden. Wurffs Hoffnung: "Ich fände es gut, wenn es noch zusätzliche Gastronomie geben könnte."

Zur Straße hin kommt dann ein Bereich für Radfahrer, dann folgt die Autotrasse. Um das so umzusetzen, müssen zwar auf der Harmoniestraße einige Stellplätze weichen. Aber, so Wurff: "Die werden auf der Marktstraße und auf der Stresemannstraße neu geschaffen. Diese Veränderungen sollen zügig umgesetzt werden, wenn die Rheydter Politiker den neuen Entwürfen zustimmen. Etwas anders sieht es auf der Bahnhofstraße aus.

Dort will die Stadt auch für eine übersichtlichere Situation sorgen, hat ihr Vorhaben aber vorerst auf Eis gelegt. Die NEW plant in diesem Bereich für das nächste Jahr umfangreiche Arbeiten am Kanalsystem. "Als letzte Maßnahme im Rheydter Innenstadtkonzept werden wir die Bahnhofstraße dann erst 2015 verändern können. Aber dieses Projekt eilt auch nicht", sagt Wurff.

Auch die Umkehrung der Einbahnstraßen-Regelung für die Marktstraße will Mönchengladbachs oberster Stadtplaner noch einmal in die Diskussion bringen. "Ich halte es für sinnvoll, dass wir den Autofahrern die Möglichkeit geben, vom Sparkassenvorplatz direkt ins Parkhaus der Shopping-Galerie zu fahren. Das führt dazu, dass Autofahrer nicht ständig um den Block fahren, wenn sie im Zentrum einen Parkplatz suchen", sagt Wurff. Diese Modifizierung wollen auch die Rheydter Geschäftsleute und die Rheydter Christdemokraten.

Bei der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Süd bissen die Befürworter auf Granit. Die SPD meldete Beratungsbedarf an, die Grünen wollen erst das Ende aller Umbauten in der Innenstadt abwarten, die FDP lehnt die Regelung ab, wenn auf diesem Straßenstück der Weihnachtsmarkt stattfindet. Planungsdezernent Wurff muss noch Überzeugungsarbeit leisten, ist sich aber sicher: "Das wird gelingen."

(RP)