Mönchengladbach: Pahlkebad vorerst auf Eis

Mönchengladbach : Pahlkebad vorerst auf Eis

Ist das Rheydter Hallenbad ein Denkmal? Diese Frage ist nicht geklärt. Es dauert vermutlich Monate, bis es darauf eine Antwort gibt. CDU und FDP wollen trotzdem in der morgigen Ratssitzung einen Neubau fordern.

Die Planer hatten sich alles schön ausgemalt. Anfang Januar schließt das Rheydter Pahlkebad. Wenige Tage später sollten die Arbeiter anfangen — mit der Sanierung des Alt-Bades oder mit dem Bau eines neuen Bades. Jetzt droht eine mehrmonatige Pause, bis der Startschuss gegeben werden kann.

Auch wenn CDU und FDP in der morgigen Sitzung des Rates (14 Uhr, Rathaus Rheydt) den Neubau beschließen sollten, wird es vermutlich bis April dauern, ehe klar ist, was nun Sache ist: Ist das Pahlkebad nun ein Denkmal und muss deshalb erhalten bleiben? Oder ist der Weg frei für eine wirtschaftliche Lösung? Nach Meinung von Gutachtern ist dies der Neubau des Pahlkebades. Die SPD, Verfechter der Sanierungslösung, hat die Denkmal-Variante ins Spiel gebracht. Das sind die Fakten: Baukosten Bei einer Sanierung fallen Kosten von 5,8 bis 7,2 Millionen Euro an — je nach Umfang, wie umfangreich saniert wird. Nachteil: Es müssen dann mehrere Millionen Euro im Verwaltungshaushalt bereitgestellt werden. Und dies führt zu einer Erhöhung des Defizits und der Kassenkredite.

Ein Neubau kostet 6,6 Millionen Euro: Für 2008 müssten dann 3 und für das folgende Jahr 3,6 Millionen im Vermögenshaushalt stehen. Betriebskosten Für die Zeit zwischen Schließung und Wiedereröffnung werden 2,4 Millionen Euro an Betriebskosten eingespart. Ein komplett neues Bad verringert die laufenden Kosten vor allem bei der Energie erheblich. Es werden pro Jahr im Verwaltungshaushalt nach derzeitigem Stand rund 170 000 Euro mehr eingespart.

Wichtiger Nebeneffekt: Die Heizungsanlage des Pahlkebades versorgt jetzt das Hugo-Junkers-Gymnasium und die Grundschule Pahlkestraße: Eine neue Kesselanlage ist aber zeitgemäßer und wirtschaftlicher. Einnahmen Wird das Pahlkebad neu errichtet, wollen die Planer das Gebäude um 90 Grad drehen und nach Westen verschieben.

Vorteil: Auf diese Weise entsteht ein Baugrundstück, das beim Verkauf eine zusätzliche Einnahme von geschätzten 800 000 Euro verspricht. Schwierigkeiten Wenn Stadtkämmerer Bernd Kuckels 6,6 Millionen Euro für den Neubau in den Etatentwurf für 2008 und für die mittelfristige Finanzplanung einbauen muss, braucht er dazu in mehrfacher Hinsicht die Zustimmung der Bezirksregierung. Denn grundsätzlich gilt: Die Höhe der Investitionskredite ist festgelegt, und die Stadt müsste dann auf andere Projekte verzichten. Auch der Erlös aus dem Grundstücksverkauf soll eigentlich eingesetzt werden, um die Stadt-Schulden abzubauen.

Allerdings hat die Stadt da Verhandlungsspielraum. Gespräche laufen bereits. Wiedereröffnung Die Pläne gingen zunächst davon aus, ein saniertes Bad im Frühjahr 2009 wieder fürs Schwimmen freizugeben. Ein Neubau sollte im Herbst 2009 fertig sein. Durch die Verzögerung durch die Denkmal-Prüfung verschieben sich die Termine vermutlich um rund drei Monate nach hinten. Kommentar

(RP)