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Ratskeller Giesenkirchen in Mönchengladbach: Pächter schon vor der Eröffnung entlassen

Ratskeller Giesenkirchen in Mönchengladbach : Pächter schon vor der Eröffnung entlassen

Eigentlich sollte der Treffpunkt im Giesenkirchener Zentrum schon längst wieder offen sein. Doch kurz vor dem Termin platzte der Vertrag.

Eigentlich sollte Mitte Juli die Eröffnung des frisch renovierten Ratskellers an der Konstantinstraße gefeiert werden. Die Handwerker waren dazu eingeladen worden, außerdem viele Gäste, die sich nach anderthalb Jahren Umbauzeit — und jahrelangem Leerstand davor — von dem modernisierten Ambiente des Traditionslokals begeistern lassen sollten. Aus der geplanten Wiedereröffnung wurde dann lediglich eine Präsentation (RP berichtete). Der Grund: 48 Stunden vor dem Termin hatte sich die Kreisbau AG — als Eigentümerin des Ratskellers — von dem Gastronom, der bereits einen Pachtvertrag unterschrieben hatte, getrennt. "Wir konnten den Termin nicht rückgängig machen, die Einladungen waren raus", sagt Hans-Jürgen Meisen, Geschäftsführer der Kreisbau. Es habe aber triftige Gründe gegeben, sich per Aufhebungsvertrag von dem Pächter zu trennen. "Den Schlussstrich haben wir einvernehmlich gezogen."

Seitdem kocht die Gerüchteküche in Giesenkirchen über. Denn allzu lange schon haben die Bürger auf die Wiedereröffnung des Traditionslokals gewartet. Das 1911 erbaute Haus ist seit 2008 geschlossen. Der Abriss wurde in Erwägung gezogen, dann aber sicherte sich die Wohnungsbaugesellschaft bei der Zwangsversteigerung mit einem Gebot von 180 000 Euro die Eigentumsrechte an der Liegenschaft. Das war im Dezember 2010. Die Umbaumaßnahmen starteten. Und eigentlich, so hatte es die Kreisbau in Aussicht gestellt, sollte das Lokal schon Karneval 2012 wieder offen sein. Der Termin wurde verschoben.

"Wir lassen uns jetzt Zeit für den zweiten Bauabschnitt", sagt Hans- Jürgen Meisen. Der betrifft den 400 Quadratmeter großen Saal, in dem die Vereine demnächst — das heißt nach Fertigstellung im Winter — wieder ihre Feste feiern sollen. In der kommenden Woche soll die Renovierung der sechs Gästewohnungen im Erd- und im Dachgeschoss abgeschlossen sein. Zuvor war bereits die Fassade des historischen Gebäudes modernisiert worden. Außerdem war auf der Freifläche zum Nachbargebäude ein Anbau errichtet worden. 675 000 Euro hatte die Kreisbau AG für die komplette Sanierungsmaßnahme inklusive des Neubaus veranschlagt. "In diesem Rahmen werden wir uns am Ende bewegen", sagt Meisen. Er will jetzt mit Hilfe der Brauereien nach einem geeigneten Pächter suchen. "Wir haben keinen Zeitdruck."

(RP)