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Mönchengladbach: Osteopathisches Heilen ist Handarbeit

Mönchengladbach : Osteopathisches Heilen ist Handarbeit

Nicht in allen Fällen bietet die Osteopathie Hilfe. Aber sie kann Beschwerden beheben, Fehlstellungen beseitigen und Schmerzen lindern, wenn der Körper in Balance gebracht wird. Das ergänzt die klassische Medizin.

Sie ist kein Allheilmittel. Osteopathische Medizin ist eine Möglichkeit, Beschwerden zu beheben und Schmerzen zu lindern. "Es ist eine ärztliche Entscheidung, auf osteopathische Medizin zu setzen", erklärt Iris Richthammer, seit elf Jahren niedergelassene Ärztin mit osteopathischer Praxis in Mönchengladbach. "Es gibt Fälle, in denen sie nicht anwendbar oder empfehlenswert ist." Beispielsweise bei akuten Infektionen. Oder bei Behandlungen am Herzen, wenn ein Patient einen Herzschrittmacher hat, Klappenersatz oder Stent. In vielen anderen Fällen aber sind mit osteopathischen Methoden Erfolge zu erzielen, die, wenn man die Hintergründe nicht kennt, fast wundersam anmuten.

Es gibt Patienten, die jahrelang an Migräne litten und nach einigen osteopathischen Behandlungen auf ihre Medikamente verzichten können. Andere leiden unter Herz-Rhythmus-Störungen, Depressionen oder Magenfunktionsstörungen. Auch hier können osteopathische Methoden Beschwerden lindern oder heilen, die sich anderen Therapien widersetzen oder nur mit starken Medikamenten behandelbar sind. Aber wie wirken osteopathische Behandlungen eigentlich? "Was ich tue, sieht nicht spektakulär aus", erklärt die Ärztin, die neben manueller Therapie eine zusätzliche Ausbildung in osteopathischer Medizin vorzuweisen hat. "Ich arbeite mit den Händen und löse somatische Dysfunktionen." Mit anderen Worten: Der Körper wird wieder in Balance gebracht.

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Einer osteopathischen Behandlung sollte immer eine gründliche Anamnese vorausgehen. In einem ausführlichen Gespräch werden die Beschwerden geklärt, dann wird entschieden, ob eine osteopathische Behandlung sinnvoll ist. "Ich bin Ärztin, ich darf nur wirksame Therapien anbieten", betont Iris Richthammer. Deshalb kann es nötig sein, parallel zur osteopathischen Behandlung auch medikamentös zu therapieren. Oft allerdings können durch osteopathische Medizin die Medikamente reduziert werden, denn in dieser Form der ergänzenden Medizin wird sehr bewusst ganzheitlich gearbeitet. Und was geschieht in der Behandlung? Osteopathie ist Detektivarbeit. "Ich suche zuerst nach dem Point of Entry, dem Punkt, an dem alles anfängt", erklärt Iris Richthammer.

Meist wird mit der Wirbelsäule begonnen. Dort, wo so viele Nerven verortet sind, wird nach Blockierungen gesucht. Schon das kann erfolgreich sein. Es ist aber auch möglich, dass die Beschwerden aus dem Viszeralbereich kommen, dass der Grund in Verklebungen zu suchen ist, die die Körperbalance durcheinander bringen. Solche Verklebungen können durch operative Eingriffe ausgelöst worden sein und sie verhindern Bewegungen der Organe, beispielsweise des Darms. Hat der behandelnde Osteopath Verklebungen, Blockierungen oder andere Dysfunktionen gefunden, wird er versuchen, sie durch vorsichtige und sanfte Berührungen zu lösen. Aber Osteopathie ist keine Massage: Der Patient muss mitarbeiten. Am Ende jeder Behandlung werden ihm meist Übungen mit auf den Weg gegeben, die den Prozess unterstützen und fördern. Manchmal liegt der Punkt, an dem die Behandlung ansetzt, weit von dem Bereich entfernt, wo die Schmerzen auftreten. "Ich hatte eine Patientin, bei der das Ovar entfernt worden war und die anschließend über Schmerzen im rechten Unterbauch klagte", berichtet die Ärztin. "Ich habe ihr Fußgelenk behandelt." Durch die aufsteigende Muskelfunktionskette über Knie und Hüfte waren die Beschwerden im Unterleib angekommen. Die osteopathische Medizin kann Erfolge sogar bei austherapierten Patienten nachweisen und erfreut sich wachsender Beliebtheit. Einige Krankenkassen übernehmen inzwischen einen Teil der Kosten. Vorsicht ist aber bei der Wahl des Osteopathen geboten: Es handelt sich bei der Bezeichnung nicht um einen geschützten Begriff. Nicht alle Osteopathen haben tatsächlich eine lange und aufwendige medizinische Ausbildung hinter sich. Aber nur, wer wirklich die entsprechenden Kenntnisse und Fähigkeiten mitbringt, verdient das Vertrauen der Patienten.

(RP)