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Mönchengladbach: Orthopädie bleibt Schwerpunkt in Neuwerk

Mönchengladbach : Orthopädie bleibt Schwerpunkt in Neuwerk

Seit mehr als einem halben Jahr trägt der neue Chefarzt Prof. David Pfander Verantwortung für die Klinik.

Was unter Prof. Heinrich Meßler aufgebaut wurde, will die Geschäftsführung mit dem neuen Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Wirbelsäulentherapie am Krankenhaus Neuwerk nicht nur erhalten. Das Angebot soll sogar wachsen. Der 46-jährige Chirurg und Orthopäde Professor Dr. David Pfander, geboren in Wuppertal und in Frankfurt aufgewachsen, hat einen deutlich erweiterten Aufgabenbereich von seinem Vorgänger übernommen. Kern der Strukturreform ist, dass die Unfallchirurgie mit der Orthopädie zusammengeführt wurde, und auch der neue Zweig Wirbelsäulentherapie ist als "Sektion" in Pfanders Verantwortungsbereich gerückt.

Das ist noch nicht alles: "Ich bin auch Leiter des Endoprothetik-Zentrums und des Savita-Rehazentrums, das dem Krankenhaus verbunden ist", betont der Neue, der im Vorjahr mit seiner vierköpfigen Familie (Ehefrau ist Psychotherapeutin, die zwei Töchter sind sechs und 13 Jahre alt) nach Mönchengladbach gezogen ist.

Pfander, zu dessen Schwerpunkt besonders orthopädische Rheumatologie gehört, möchte noch dieses Jahr die Zertifizierung als Endoprothetik-Zentrum für die Klinik erreichen. Die zuverlässigen Leistungen der Neuwerker Chirurgen bei der Implantation von künstlichen Hüft- und Kniegelenken sind weit über die Stadtgrenzen hinaus ein Begriff. "Als Traumazentrum, zuständig für die Versorgung von Schwerverletzten, haben wir das Zertifikat bereits", freut sich Pfander. Nun arbeitet das 22-köpfige Ärzteteam der Klinik intensiv daran, dass auch die Sektion Wirbelsäulentherapie, die Dr. Patrick A. Weidle leitet, diese Zertifizierung erlangt.

Die Anzahl der Patienten in der Klinik für Orthopädie sei, insbesondere im ambulanten Bereich, im vergangenen Jahr - Pfander arbeitet seit 1. Juli 2014 am Krankenhaus Neuwerk - deutlich gestiegen. "Wir verzeichnen eine Zunahme von gut 14 000 Patienten im Jahr 2013 auf nunmehr rund 15 400 Patienten", weiß Catharina Mühlhan von der Abteilung Kommunikation. Die Zahl der stationär betreuten Patienten betrug 2014 "etwa 4400 Patienten", ergänzt Pfander. "Damit sind wir in diesem Bereich die größte Klinik in Mönchengladbach", stellt der Chefarzt heraus. 95 Betten stehen für die Patienten bereit.

Auch wenn Prof. Pfander einen Teil seiner Arbeitszeit für Verwaltungsaufgaben abzweigen muss, vernachlässigt er darüber nicht die Praxis: "Ich operiere jeden Tag, und zwar zwei- bis dreimal; das ergibt im Jahr zwischen 300 und 400 Operationen", sagt der Arzt. Und als Professor, der an der Universität Erlangen-Nürnberg habilitiert wurde, muss er dort auch für die Lehre präsent sein. "Zwei- bis dreimal im Jahr halte ich in Erlangen Vorlesungen und kümmere mich auch um die Abnahme von Prüfungen", berichtet der Orthopäde mit Spezialgebiet Rheumatologie.

Der neue Chefarzt wendet sich gegen ein verbreitetes Vorurteil, das Chirurgen gegenüber oft geäußert wird: Sie würden zu oft operieren, auch bei solchen Fällen, bei denen eine konservative Therapie ratsamer wäre. "Vor jeder Operation muss mit dem Patienten individuell geklärt werden, was er sich davon verspricht, um dann zu entscheiden, welche Methode die erfolgversprechendere ist", sagt Pfander. "Wir operieren ja keine Befunde auf Röntgenbildern, sondern Patienten", fügt er an.

(RP)